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Aufgekehrt
Alexander Weinlein
Respekt auf Socken

Kein U-Boot taucht, Flugzeuge und Hubschrauber fliegen zu selten und die Panzer "brausen" auch allenfalls noch im "Panzerlied" der Bundeswehr "im Sturmwind" dahin. Und selbst damit soll bald Schluss sein, wenn es nach der Truppen-Ursel geht. Immerhin hat das Lied eine braune Vergangenheit.

Der gerade erst erschienene Jahresbericht des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels walzt auf 120 Seiten aus, an welchen Stellen die einst so schimmernde Wehr reichlich Rost angesetzt hat. Aber es gab auch Positives zu berichten - glaubte Bartels zumindest: "Mit dem Kampfschuhsystem Streitkräfte wurde erstmalig ein Schuh eingeführt, der die unterschiedlichen Temperatur- und Nutzungsbereiche und die damit verbundenen Funktionalitäten abdeckt." Klingt bürokratisch, ist aber trotzdem gut.

Nun hat aber die AfD-Fraktion herausgefunden, dass Soldaten ihren Dienst noch immer ohne festes Schuhwerk verrichten müssen. In einer Kleinen Anfrage schildert sie, dass Soldaten im Rahmen von Lehrveranstaltungen mehrfach Moscheen besucht haben. Auf Bildern dieser Veranstaltungen seien Soldaten "ohne Schuhe, nur in Socken, zu erkennen". Klingt schlimm, ist es aber nicht.

Abgesehen davon, dass die Soldaten der Bundeswehr offenbar respektvolle Menschen sind, die die in Moscheen gängigen Regeln beherzigen, hat unserer Redaktion die Geschichte keine Ruhe gelassen. Wir haben die Sache recherchiert und festgestellt: Auf den Bildern ist klar zu erkennen, dass alle Soldaten die zum Dienstanzug vorgeschriebenen schwarzen Socken trugen. Braune Socken waren nicht dabei. Braune Socken braucht auch echt kein Mensch. Nicht nur in der Truppe nicht.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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