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Aufgekehrt
Alexander Weinlein
Eine Schwarze für die Roten

Sie haben es nicht leicht die Roten. Schon seit ihren frühesten Kindheitstagen müssen sie Spott und Hänseleien über sich ergehen lassen. Mal gelten sie als besonders temperamentvoll oder gar jähzornig, als frech und aufmüpfig, mal als verlogen oder bösartig. Andere wiederum halten sie für sexuell nicht nur für besonders attraktiv sondern auch äußerst aktiv. In der Geschichte wurden sie immer wieder mit Hexen und dem leibhaftigen Teufel in Verbindung gebracht. Und sie sind weltweit eine echte Minderheit. Echte Rote gibt es nämlich nur ganz wenige. Nun haben sich rund 200 von ihnen aus ganz Europa in Hamburg getroffen. Um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen, sich Mut zu machen oder ganz einfach nur, um einen ganzen Tag unter ihresgleichen zu verbringen.

Nein, es geht hier nicht um die Roten im Sinne der politischen Farbenlehre. Auch wenn ein Blick auf Wahl- und Umfrageergebnisse von SPD, Linken und anderen "roten Socken" die Vermutung durchaus Nahe legen könnte. Die Rede ist vielmehr vom "Redhead Day", bei dem sich rothaarige Menschen nun bereits zum zweiten Mal in Hamburg trafen. Importiert wurde die Idee aus den Niederlanden.

Lediglich zwei Prozent der Menschen weltweit sind echte Rothaarige. Alle anderen mit roter Haarpracht sind lediglich in der Wolle gefärbt. Mitunter soll dies ja auch bei den politisch Roten der Fall sein. Sagen zumindest die einen Roten über die anderen. Und zeigen damit, dass sie sich gar nicht grün sind. Deshalb will Sarah Wagenknecht alle Roten jetzt in einer Bewegung sammeln. Ob das gut gehen kann? Immerhin ist sie ja eher schwarz. Nicht politisch, aber haarig.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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