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HAUSHALT
Alexander Weinlein
Einheitsdenkmal kommt

Ausschuss gibt Mittel für den Bau frei

Nach einer annähernd 20-jährigen Diskussion kann das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin nun doch gebaut werden. Der Haushaltsauschuss des Bundestages hat am vergangenen Donnerstag die dafür vorgesehenen Mittel freigegeben werden. Die Kosten für das Denkmal nach dem Entwurf "Bürger in Bewegung" der Stuttgarter Agentur Milla & Partner vor dem Humboldt-Forum mit der rekonstruierten Fassade des Berliner Stadtschlosses sollen sich auf insgesamt 17,12 Millionen Euro belaufen. Die Gelder für das Denkmal waren zwar bereits im Etat 2018 von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eingestellt, allerdings bedurfte es noch einer ausdrücklichen Freigabe durch den Haushaltsausschuss.

Mit dem Bau des Denkmals, dessen Errichtung der Bundestag vor elf Jahren beschlossen hatte, soll nun zügig begonnen werden, betonte Grütters nach der Entscheidung des Ausschusses. "Mit dem Denkmal wollen wir die friedliche Revolution in der DDR würdigen, die sich im kommenden Jahr zum 30. Mal jährt. Diese Würdigung haben die Menschen, die das SED-Regime unblutig gestürzt und die Deutsche Einheit möglich gemacht haben, mehr als verdient", sagte Grütters. Nachdem die Fertigstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls nicht mehr möglich sei, wäre der 3. Oktober 2020, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, "sicher ein würdiges Datum für die Einweihung". Die Berliner Senatsbauverwaltung hatte die Baugenehmigung, die am 9. Oktober dieses Jahres ausgelaufen wäre, eine Woche vor der Entscheidung des Haushaltsausschusses um ein weiteres Jahr verlängert.

Verzögerungen Der Bundestag hatte die Errichtung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals erstmals 2007 beschlossen. Doch ein erster gescheiterter Wettbewerb für einen Entwurf, Diskussionen über den Siegerentwurf des zweiten Wettbewerbs und über den Erhalt von Mosaiken des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals am Standort des geplanten Einheitsdenkmals führten immer wieder zu Verzögerungen. Vor zwei Jahren hatte der Haushaltsausschuss das Bauprojekt wegen Kostensteigerungen vorerst ganz gestoppt.

Der Entwurf von Milla & Partner für das Denkmal sieht eine begehbare überdimensionale Schalen-Konstruktion vor, die sich zur einen oder anderen Seite neigen kann. Die soll die Möglichkeit für politische Veränderungen symbolisieren, wenn sich genügend Bürger entschließen, gemeinsam zu handeln.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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