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Immobilien
Winfried Dolderer
Grunderwerbsteuer in der Kritik

Zwei Oppositionsfraktionen nehmen Anstoß an der ihrer Ansicht nach zu hohen Grunderwerbsteuer in Deutschland. Diese Steuer sollte in Zukunft gestaffelt nach der Kinderzahl der Käufer erhoben werden, verlangt die AfD-Fraktion in einem am Donnerstag vom Bundestag an die Ausschüsse überwiesenen Antrag (19/4546). Die Abgeordneten fordern, dass für Familien mit einem Kind die Grunderwerbsteuer um die Hälfte reduziert wird. Bei zwei Kindern soll die Steuer um 75 Prozent reduziert werden und ab drei Kindern komplett entfallen. Die AfD-Fraktion bezeichnet die Familienpolitik in Deutschland als gescheitert. Kinder würden ein Armutsrisiko bedeuten. Der Erwerb einer eigenen Wohnung oder eines Hauses könne gerade für Familien für eine finanzielle Entlastung sorgen. Um Wohneigentum zu erwerben, müsse jedoch eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent erreicht werden. Die meisten Familien seien niemals in der Lage, eine solche Summe an Eigenkapital anzusparen. Die Grunderwerbsteuer gehöre zum größten Kostenblock der Kaufnebenkosten.

Ebenfalls überwiesen wurde ein Antrag der FDP-Fraktion (19/4536), die einen anderen Weg zur Entlastung von Grunderwerbsteuer einschlagen will. Nach Vorstellung der FDP-Fraktion sollen die Bundesländer die Möglichkeit erhalten, bei der Grunderwerbssteuer einen Freibetrag bis zu einem Höchstwert von 500.000 Euro pro Person einzuführen. Damit soll besonders jungen Familien die Finanzierung eines Wohnungs- oder Hauskaufs erleichtert werden.hle

Aus Politik und Zeitgeschichte

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