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Nachruf
Jörg Biallas
Zum Tod von Thomas Sanchez

Er war kein Journalist. Und doch war Thomas Sanchez ein wichtiges Mitglied der Redaktion von "Das Parlament" und "heute im bundestag". Der Büroleiter war im Bereich Presse und Kommunikation der Bundestagsverwaltung der Mann hinter den Kulissen. Einer, der trefflich organisieren und verhandeln, vernetzen und umsetzen konnte. Jetzt ist er tot, plötzlich und unerwartet gestorben im Alter von nur 48 Jahren.

Mit Thomas Sanchez fehlt dem Bereich Presse und Kommunikation ein Kollege, der immer ein offenes Ohr hatte. Seine Aufgabe hat der Oberamtsrat, der seine Beamtenkarriere 1990 im Berlin-Zehlendorfer Bezirksamt begonnen hatte bevor er dann 1992 in die Bundestagsverwaltung wechselte, im wahren Wortsinn als die eines Staatsdieners begriffen. Er half, wo er konnte. Wenn ein Vorgang auf seinem Schreibtisch lag, war die Sache stets in guten Händen.

Thomas Sanchez vereinte viele Charakterzüge. Er war humorvoll, ein Freund der Satire; man konnte herrlich mit ihm herumscherzen. Aber er war auch sensibel, gelegentlich empfindlich, verletzbar. Vor allem aber war Thomas Sanchez prinzipientreu und geradlinig. Er erwartete, dass ehrlich miteinander umgegangen, dass Absprachen eingehalten wurden. Nichts konnte ihn mehr ärgern als Unaufrichtigkeit und Wankelmut.

Thomas Sanchez hatte eine klare Vorstellung von einem demokratischen Staat. Diese Vorstellung prägte auch sein Privatleben. In der Freizeit hat er sich ehrenamtlich engagiert, bei der Bundeswehr, im Sportverein, für eine Bürgerinitiative. Thomas Sanchez fehlt der Bundestagsverwaltung als Mensch und Kollege. Wir trauern mit seinem Ehemann und den Angehörigen.Jörg Biallas

Aus Politik und Zeitgeschichte

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