Inhalt

Vor 40 Jahren...
Benjamin Stahl
Ludwigshafener CDU-Programm

25.10.1978: Christdemokraten legen Werte fest Nicht erst seit der jüngsten Landtagswahl in Bayern ist von einem Ende der Volksparteien die Rede. Ein Grund, der für die sinkende Zustimmung zu Union und SPD verantwortlich gemacht wird: Die Parteien seien sich zu ähnlich. So sei etwa die CDU in den vergangenen Jahren nach links, Richtung SPD gerückt, heißt es oft. Dass Parteien klar unterscheidbar bleiben sollten, ist allerdings keine neue Erkenntnis. Sie spielte bereits am 25. Oktober 1978 eine Rolle, als sich die CDU ihr erstes Grundsatzprogramm gab. Richard von Weizsäcker, ab 1971 Vorsitzender der Grundsatzkommission, wollte das Profil seiner Partei erkennbarer machen. Das Programm, das die Christdemokraten auf ihrem Bundesparteitag in Ludwigshafen ohne Gegenstimme verabschiedeten, wies dennoch Ähnlichkeiten zur SPD auf. Schrieben die Sozialdemokraten 1959 in ihr Godesberger Programm, "Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität (...) sind die Grundwerte des sozialistischen Wollens", fasste die CDU ihre Grundwerte in 137 Artikeln unter dem Titel "Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit" zusammen. Allerdings nahm die CDU dabei ausdrücklich auf das christliche Menschenbild Bezug. Das eigene Selbstbild stellte die CDU gleich an den Anfang des Programms. Die Präambel beginnt mit dem Satz: "Die Christlich Demokratische Union Deutschlands ist eine Volkspartei." Das Ludwigshafener Programm, erklärt die CDU heute, "verortete die CDU als Partei der Mitte, in der soziale, liberale und konservative Strömungen zusammenwirken". Benjamin Stahl

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag