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Winfried Dolderer
Der Tourismus blüht

Deutschland genießt bei Besuchern hohes Ansehen

Deutschland erfreut sich als Reiseziel ausländischer Besucher weiterhin wachsender Beliebtheit. So erwartet die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) nach den Worten ihrer Vorstandsvorsitzenden Petra Hedorfer in diesem Jahr zum neunten Mal in Folge einen Übernachtungsrekord. Erneut zeichne sich dabei ab, dass die Entwicklung die Prognosen hinter sich lassen werde, sagte Hedorfer vergangene Woche im Tourismusausschuss. Habe ihre Organisation zu Jahresanfang den Zuwachs der Zahl ausländischer Übernachtungsgäste auf drei bis vier Prozent für 2018 geschätzt, so habe er im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat sechs Prozent betragen. Für das Gesamtjahr sei mit einer Steigerung um fünf Prozent zu rechnen.

Besonders erfreulich sei das hohe Ansehen, das Deutschland in den Augen ausländischer Beobachter und Tourismusexperten genieße, sagte Hedorfer. So habe die Redaktion eines in Australien erscheinenden Reiseführers Deutschland erst kürzlich hinter Sri Lanka auf Platz zwei der weltweit besten Reiseländer für 2019 gesetzt. Anlässe wie das bevorstehende 100-jährige Jubiläum der Bauhaus-Gründung und der 30. Jahrestag des Mauerfalls im nächsten Jahr übten unverkennbar ihren Reiz aus.

Spitze bei Kulturreisen Im Segment Kulturreisen belege Deutschland mit einem Marktanteil von zwölf Prozent in Europa den Spitzenplatz, führte Hedorfer weiter aus. Aus Europa stammten drei Viertel der ausländischen Übernachtungsgäste. Ihre Anzahl habe sich in diesem Jahr um vier Prozent erhöht. In Übersee seien die USA mit einer Steigerung der Übernachtungszahlen um sieben Prozent der wichtigste Wachstumsmarkt. Ebenfalls um sieben Prozent habe die Zahl der Übernachtungen chinesischer Besucher zugenommen. Allerdings seien aus dieser Region in früheren Jahren zweistellige Zuwachsraten verzeichnet worden

Weit über 50 Prozent der ausländischen Gäste verbringen laut Hedorfer den Urlaub in Deutschland, weitere 27 Prozent seien Geschäftsreisende. Etwas verbessert habe sich die Bewertung der Sicherheitslage in Deutschland in den Augen ausländischer Beobachter. Hätten in Umfragen des Vorjahres noch 30 Prozent der Teilnehmer geäußert, von einer Deutschlandreise aus Sicherheitsbedenken derzeit lieber Abstand zu nehmen, so seien es jetzt nur noch 22 Prozent. Allerdings stünden Länder wie Österreich oder die Schweiz mit Werten von um die neun Prozent noch wesentlich besser da: "Jeder Vorfall wird in diesem Kontext gesehen", mahnte Hedorfer. "Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sind Gift für das Reiseland Deutschland."

Dass sich ausländische Besucher auch von Negativschlagzeilen nicht unbedingt beeindrucken lassen, war den Worten von Matthias Gilbrich vom Tourismus-Marketing Sachsen zu entnehmen. Er wies darauf hin, dass sein Bundesland nach wie vor "sehr erfolgreich" sei. So habe 2017 die Übernachtungsquote ausländischer Gäste um das Zweieinhalbfache über dem Bundesdurchschnitt gelegen, in diesem Jahr um das Doppelte.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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