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Friederike Beckh
Kurz REZENSIERT

"Sie waren mutig, die Frauen, vor hundert Jahren, als sie gekämpft haben für etwas, was heute für uns Frauen selbstverständlich ist, nämlich das Frauenwahlrecht." Mit diesen Worten blickt Ulrike Guérot, Professorin für Demokratieforschung, auf die Einführung des Frauenwahlrechts im Deutschen Reich und anderen Ländern nach Ende des Ersten Weltkriegs. Isabel Rohner, langjährige Referentin für die Frauenbewegung, hat zusammen mit der Vorsitzenden des Journalistinnenbundes, Rebecca Beerheide, Beiträge verschiedenster Frauen über ihr Verständnis von Feminismus und die Bedeutung des Frauenwahlrechts zusammengetragen - von der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth oder der langjährigen Femen-Vorsitzenden Zana Ramadani. Ein langes Menschenleben ist das Frauenwahlrecht in Deutschland verankert und wird gelebt. Aktiv und passiv. Und trotzdem dürfen zum Beispiel in Saudi Arabien Frauen erst seit 2015, wenn auch nur in Kommunalwahlen, ihre Stimme abgeben.

In Sachen Gleichberechtigung bestehen noch immer Defizite. Weltweit, aber auch in Europa und Deutschland, wo durch einen politischen Rechtsruck wieder konservativere Frauenbilder propagiert werden. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth merkt an, dass auch in Deutschland "eine volle Gleichstellung noch lange nicht erreicht ist". So liege der Gender Pay Gap, die schlechtere Bezahlung von Frauen für gleiche Arbeit, bei durchschnittlich 21 Prozent. Weltweit zeigen die Debatte um sexuellen Missbrauch und Bewegungen wie dem "Womans March" gegen US-Präsident Donald Trump und seine frauenfeindlichen Äußerungen, dass der Weg zur Gleichberechtigung zwar noch andauert, aber gegangen wird.

Insgesamt bietet der Band eine breite Mischung aus historischen Rückblicken auf die Proteste der Sufragetten, Ausblicken in andere Länder und Herausforderungen an die heutige Politik.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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