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Bernd Haunfelder
Schröder feiert 75. Geburtstag

Mit seinem Namen sind vor allem soziale Reformen und die Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik verbunden: Altbundeskanzler Gerhard Schröder vollendet am 7. April sein 75. Lebensjahr. Als Nachfolger Helmut Kohls trat er das Amt am 27. Oktober 1998 an und stand bis zum 21. November 2005 an der Spitze der ersten rot-grünen Bundesregierung. Obwohl erst am Ende des Krieges geboren, spiegeln sich dessen Folgen in Schröders Vita wie bei keinem seiner Vorgänger wider. Wie Millionen andere Kinder wuchs er ohne Vater auf. Nach der kaufmännischen Lehre und der Erlangung der Hochschulreife studierte er Rechtswissenschaften und wurde 1978 Rechtsanwalt in Hannover. Schröder trat 1963 der SPD bei, amtierte von 1978 bis 1980 als Bundesvorsitzender der Jungsozialisten und von 1983 bis 1993 als Chef des SPD-Bezirks Hannover. Erst niedersächsischer Landesvorsitzender stand er von 1999 bis 2004 an der Spitze der Bundespartei. Parallel dazu verlief seine parlamentarische Laufbahn. 1980 wurde er erstmals in den Bundestag gewählt, wechselte aber 1986 in die Landespolitik und war zwischen 1990 und 1998 Ministerpräsident in Hannover.

Die im März 2003 verkündete "Agenda 2010" gilt als eine der einschneidenden Veränderungen innerhalb des Sozialsystems und des Arbeitsmarkts. Seine von den Folgen des Terrors vom 11. September 2001 beeinflusste Außenpolitik war sowohl von Nähe als auch von Distanz zu den USA geprägt. Die Absage einer deutschen Beteiligung am Irakkrieg verschaffte ihm über Parteigrenzen hinweg Ansehen. Die Zeit nach seinem Amt führte ihn zu Wladimir Putins Ölindustrie, wofür er heftig kritisiert wurde. Schröder wies jedoch immer darauf hin, dass er in Russland deutsche Interessen vertrete. Als diskreter Vermittler in humanitären Angelegenheiten unterwegs, genießt er weiter ein hohes Ansehen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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