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Bernd Haunfelder
Waigel feiert 80. Geburtstag

Ohne ihn hätte unsere heutige Währung, vielleicht anders geheißen: Der Name "Euro" war Theo Waigels (Foto) Vorschlag, den er bei den Verhandlungen zur Einführung einer europäischen Gemeinschaftswährung auf dem EU-Gipfel 1995 in Madrid als Kompromiss durchsetzen konnte. Euro sei klar, kurz, werde überall gleich geschrieben und fast gleich ausgesprochen, argumentierte der damalige Bundesfinanzminister, der am 22. April 80 Jahre alt wird.

Dem Deutschen Bundestag gehörte Waigel von 1972 bis 2002 an. Im Oktober 1982 wurde er zudem Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe. Sieben Jahre später, am 21. April 1989, berief ihn Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zum Finanzminister. In Waigels Amtszeit fielen auch die Verhandlungen mit der DDR über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Mit dem Ende der Ära Kohl schied Waigel, der auf die längste Amtszeit eines Bundesfinanzministers seit 1949 zurückblickt, am 26. Oktober 1998 aus dem Amt aus.

Der promovierte Jurist und Rechtsanwalt aus Oberrohr bei Krumbach trat 1960 der CSU bei. Von 1971 bis 1975 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Bayern und gehörte seit 1971 dem Landesvorstand sowie seit 1983 dem CSU-Präsidium an. Von 1973 bis 1988 leitete er die Grundsatzkommission seiner Partei. Von November 1988, nach dem Tod von Franz Josef Strauß, bis Januar 1999 stand Waigel an der Spitze der CSU. 2009 wurde er Ehrenvorsitzender. Heute ist Waigel als Rechtsanwalt tätig.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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