Inhalt

Innovationen
Sören Christian Reimer
Rasante Aufholjagd

Hohe Ausgaben, mehr Patente, viele Studenten

Der Plan der chinesischen Regierung, zu einer führenden Technologie- und Forschungsnation aufzusteigen, schlägt sich schon eindrücklich in Zahlen nieder - ob bei Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E), Patentanmeldungen oder Uni-Absolventen.

So wurden 2017 in der Volksrepublik rund 280 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das entspricht 2,12 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Das von Peking ausgegebene Ziel liegt bei 2,5 Prozent. Auf Kaufkraftparität umgerechnet gab China damit 370,6 Milliarden für F&E aus. Nach den USA mit 476,5 Milliarden US-Dollar ist das der zweithöchste Wert weltweit.

Der Trend zeigt sich auch bei den Großunternehmen. Unter den globalen Top-500-Konzernen, die am meisten in F&E investieren, sind laut einer vergangene Woche veröffentlichen Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY inzwischen 44 chinesische Firmen, darunter etwa Huawei und Alibaba. Stiegen auf die 500 Unternehmen bezogen die F&E-Ausgaben um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, waren es bei den chinesischen sogar 23 Prozent. Bei den 140 aufgeführten US-Unternehmen waren es zwölf Prozent Steigerung; die 35 deutschen Unternehmen erhöhten ihre Innovationsausgaben hingegen nur um neun Prozent. Die Ausgaben schlagen offenbar auch auf die Patentanmeldungen durch. Das chinesische Patentamt registrierte laut Weltorganisation für geistiges Eigentum 2017 1,38 Millionen Patentanmeldungen. 2007 waren es noch rund 245.000. 2017 waren zirka 90 Prozent der Patentanmelder Einheimische, 2007 nur 62 Prozent. Zum Vergleich: In den USA wurden 2017 rund 607.000 Patente angemeldet. In Kraft waren in China 2017 rund 2,1 Millionen Patente, 2007 waren es rund 272.000.

Unis Mit der Tsinghua University und der Peking University liegen zwei chinesische Hochschulen unter den Top-25 des "QS World University Ranking". Die chinesischen Unis produzieren zudem mit Abstand die meisten Absolventen in grundständigen natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. 2014 waren es 1,4 Millionen (USA: 377.000). Auch bei den erfolgreichen Promotionen liegt China in diesem Bereich inzwischen knapp vor den Vereinigten Staaten. Wenig verwunderlich ist da, dass die Volksrepublik inzwischen auch im "Global Innovation Index" weiter oben rangiert. China landete 2019 auf dem von der Schweiz angeführten Index auf Platz 14 (2018: 17), Deutschland liegt auf dem neunten Platz.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2016 Deutscher Bundestag