Inhalt

Aufgekehrt
Hans Krump
Donald Trump auf dem Index

Donald Trump ist der erste Präsident, der per Twitter regiert. Altbackene Presse wird im Weißen Haus nicht mehr gebraucht. So hat Trump seit seinem Amtsantritt Anfang 2017 mehr als 10.000 Tweets abgesetzt, an manchen Tagen verschickte er Dutzende Kurzmitteilungen, die politische oder sonstige Gegner aufgeschreckt haben. Immerhin kann die Welt mit der Lektüre der dürren 280 Zeichen nun praktisch live teilhaben an den Prozessen im Gehirn des Chefs der mächtigsten Macht des Planeten. Das kann schlecht oder auch gut sein, je nachdem, wie man solche teils skurrile Twitterei einschätzt. Womöglich ist es die Stimme einer ehrlichen Haut. "Mein Atomknopf ist viel größer und mächtiger als der von Kim Jong Un", twitterte der US-Präsident etwa Anfang 2018 über Nordkoreas Machthaber. Was nicht jeder lustig fand.

Im Visier von Trumps Mikroblogging sind nicht nur Mitarbeiter oder ausländische Regierungen, auch zur Wirtschaft lässt der Präsident immer häufiger Twitter-Gewitter ab. Ob zum ökonomischen Hauptfeind China, zu angeblich nötigen Zöllen oder dem verhassten US-Notenbankchef Powell, der die Zinsen partout nicht purzeln lassen will. Längst ist erwiesen, dass nach solchen Trump-Äußerungen die Kurse an den Kapitalmärkten steigen oder fallen und das ganze realen Einfluss auf die Wirtschaft hat.

Jetzt hat die US-Investmentbank JP Morgan einen Index geschaffen, der den Einfluss der Trump-Tweets auf Zins-Schwankungen bei Anleihen und Aktien misst und Anlegern so mehr Sicherheit geben kann. Der Index hat den kuriosen Namen "Volfefe" - ein Wortspiel aus "Volatilität" und einem bizarren Trump-Tweet, in dem das unbekannte Wort "Covfefe" vorkam, vermutlich ein Tippfehler des Twitter-Präsidenten. Die Volfefe-Schwankungen werden uns wohl noch eine Weile begleiten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag