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Aufgekehrt
Sören Christian Reimer
Hemmungslos auf Ibiza

Das Leben schreibt die besten Geschichten. Das weiß man auch in Hollywood. Watergate, der Skandal, der US-Präsident Richard Nixon zu Fall brachte, als handfeste Skandale noch einen US-Präsidenten zu Fall brachten, wurde kongenial mit Dustin Hofmann und Robert Redford verfilmt. Nie sah Journalismus toller aus. Man mag schon darauf wetten, wer denn früher oder später den Donald spielen wird? Titel-Vorschläge (bitte mit Trump-Stimme lesen): "It's a Witch Hunt", "A Very Stable Genius" oder "No Small Hands"!

Nun ist auch der alte Kontinent nicht frei von politischen Skandalen. Österreich hat zum Beispiel seine Ibiza-Affäre, die FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu Fall brachte. Klar, das Treffen mit einer vermeintlichen Oligarchen-Nichte wurde schon heimlich aufgenommen. Aber es sind noch viele Fragen offen. Ob sich der fast schon dokumentarisch klingender Film "Ibiza Oligarchin" dafür interessiert, ist aber zweifelhaft. Klar ist aber: Nichts bleibt darin der Fantasie überlassen, denn es handelt sich um einen Porno-"Parodie" des Skandals. Warum genau jemand 29 Euro dafür zahlen will, einer extrem unsexy klingenden, pornographisierten Mischung aus Rechtspopulismus, Wodka und Korruption zuzuschauen, wissen vermutlich allerdings nur die Österreicher selbst. Zielgruppe Kärnten?

Aber Strache ist damit nicht allein: Kurz nachdem Sarah Palin auf der Bildfläche erschien, lag schon "Who's Nailin' Paylin?" (sic!) in den Regalen der "Fachgeschäfte". Auch Watergate kam nicht ohne Porno aus: Der wichtigste Informant der Journalisten nannte sich "Deep Throat" - nach einem gleichnamigen Erwachsenen-Film.Sören C. Reimer

Aus Politik und Zeitgeschichte

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