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Entwicklung
Johanna Metz
Wider den Müllbergen

Fraktionen setzen auf Abfallvermeidung

Der Entwicklungsausschuss hat vergangene Woche mit den Stimmen der übrigen Fraktionen einen Antrag (19/15075) der AfD-Fraktion zur Pyrolyseförderung abgelehnt. Die Abgeordneten fordern die Bundesregierung darin auf, an kleinen, leicht transportierbaren Pyrolyseanlagen zu forschen, um diese in Entwicklungsländer zum Recycling von Plastik schicken zu können. Weltweit gebe große Probleme mit Plastikmüll, betonte ein Vertreter der Fraktion. Auch wenn das Verfahren noch nicht ausgereift sei, könne es künftig ermöglichen, Plastik auf einfache Weise und ohne Verbrennung wiederzuverwerten. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Maria Flachsbarth (CDU), verwies demgegenüber auf eine Analyse des Bundesumweltamts, wonach die Umweltbilanz der Pyrolyse wegen des hohen Energieverbrauchs und dem Einsatz giftiger Chemikalien zweifelhaft sei. Schwerpunkt von Bundesregierung und EU im Kampf gegen das global steigende Müllaufkommen sei in erster Linie die Abfallvermeidung.

Auch die übrigen Fraktionen betonten die Notwendigkeit, weniger Abfall zu produzieren, die Wiederverwertbarkeit von Produkten zu erhöhen und Müllexporte in Entwicklungsländer zu reduzieren. Auch sollte das Umwelt- und Abfallmanagement in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessert werden. Laut Flachsbarth könnte das globale Müllaufkommen von derzeit zwei Milliarden Tonnen auf 3,4 Milliarden Tonnen im Jahr 2050 steigen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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