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Götz Hausding
»Ein durchgeknallter Typ«

"AfD-Skandalisierung" kritisiert

Anders als die AfD halten die anderen Fraktionen im Bundestag den stellvertretenden Referatsleiter im Bundesinnenministerium (BMI), Stephan Kohn, der in einer 80-seitigen auf BMI-Briefpapier verfassten Abhandlung zu der Einschätzung gelangt, die Corona-Warnungen der Bundesregierung seien ein Fehlalarm, nicht für einen Whistleblower. Während einer von der AfD beantragten Aktuellen Stunde sagte Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) vergangenen Freitag: "Für mich ist das kein Whistleblower, sondern nur ein durchgeknallter Typ." Zu sagen, da war nichts, sei völlig absurd und zeige, "was der Mensch für ein Geistes Kind ist", befand sie.

Thorsten Frei (CDU) betonte: Ein Mitarbeiter eines Ministeriums dürfe nicht in einem Bereich, für den er nicht zuständig sei, "auf offiziellem Briefpapier die offiziellen Kommunikationskanäle nutzen und versuchen, den Eindruck zu erwecken, das wäre eine Stellungnahme der Bundesregierung". Sabine Dittmar (SPD), sagte, es sei einzig und allein den konsequenten Schutzmaßnahmen und der Disziplin der Bürger zu verdanken, dass die Krise in Deutschland nicht so verlaufen sei wie in den USA oder in Großbritannien.

Für Doris Achelwilm (Die Linke) ist der BMI-Mitarbeiter, "kein Whistleblower, sondern ein Wichtigtuer, der jetzt bei vollen Bezügen spazieren geht". Manuela Rottmann (Grüne) kritisierte die AfD, das Ganze zu einem Skandal aufzublasen.

Armin Paulus Hampel (AfD) verteidigte Kohn als "anständigen Beamten, der sich als Staatsdiener und nicht als Parteiendiener sieht" und dessen Bericht zu dem erschreckenden Resultat gekommen sei, dass die Bundesregierung "Fake-News" produziere.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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