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Energie II
Kristina Pezzei
Farbenspiel mit Wasserstoff

Opposition fordert eine größere Rolle von Wasserstoff bei der Energiewende

Die Rolle von Wasserstoff auf dem Weg in eine klimaneutrale Energieversorgung hat der Bundestag in der vergangenen Woche thematisiert. Anstoß lieferten zwei Anträge der FDP-Fraktion zu dem Thema (19/20020, 19/20021) sowie ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/18733). Während die FDP mit ihren Anträgen vor allem die Bundesregierung antreiben will und die angekündigte Vorlage einer Wasserstoffstrategie einfordert, geht es den Grünen darum, bei Wasserstoff auf "grüne" Technologien und deren Wirtschaftlichkeit zu setzen sowie erneuerbare Energien insgesamt zu fördern.

Nach Ansicht der FDP gelingt es der Bundesregierung nicht, die enormen Chancen der Wasserstoffwirtschaft für Klimaschutz und nachhaltig wettbewerbsfähige Industriestrukturen zu nutzen. Daher fordern die Abgeordneten eine Strategie auf europäischer Ebene, die Deutschland während der EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte vorantreiben soll. Um das Potenzial der Ressource und entsprechender Technologien für den Klimaschutz zu heben, braucht es nach Ansicht der Fraktion eine erhebliche Menge Wasserstoff. Ein Großteil davon müsse importiert werden, daher böten sich Wasserstoffpartnerschaften mit Produktionsländern in heißeren Regionen der Erde an. Die FDP möchte auch "blauen" und "türkisen" Wasserstoff als CO2-neutral klassifizieren. Von blauem Wasserstoff spreche man dann, wenn das durch seine Herstellung entstandene CO2 in geologischen Formationen dauerhaft gespeichert würde. "Dieser ist ebenso klimaneutral wie 'türkiser' Wasserstoff, der mittels Methanpyrolyse ebenfalls aus Erdgas gewonnen wird", so die Abgeordneten. Der aus Elektrolyse und erneuerbarem Strom hergestellte "grüne" Wasserstoff jedoch könne in großen Mengen nicht hergestellt werden.

Die Grünen hingegen setzen sich für eine konsequent "grüne" Wasserstoffstrategie ein. Die Abgeordneten fordern, der Produktion und Verwendung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien im Sinne des Klimaschutzes in Deutschland eine wirtschaftliche Perspektive zu geben.

Strom aus erneuerbaren Energien, der bei Netzengpässen bisher nicht produziert werde, solle den Betreibern von Wasserstoff-Anlagen und anderen Spontan-Nutzern kostengünstig zur Verfügung gestellt werden, erklären sie. Außerdem sollten im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien Investoren Sicherheit für Erneuerbare-Energien-Anlagen für den gesamten Zeitraum bis mindestens 2030 erhalten.

Alle drei Anträge wurden zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie überwiesen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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