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Sandra Schmid
Aufflammender Konflikt

Auch die Bundesregierung ist besorgt über den wieder aufflammenden Konflikt um die Region Berg-Karabach (siehe Beitrag links). Es seien derzeit die "schwersten Auseinandersetzungen" seit Ende des von 1992 bis 1994 dauernden Krieges zwischen den beiden Nachbarstaaten Aserbaidschan und Armenien, sagte ein Vertreter des Auswärtigen Amtes vergangene Woche im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Sowohl im Norden als auch im Osten Berg-Karabachs - das zwar völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört, aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird - gebe es heftige Gefechte. Im Einsatz seien "sehr große Waffen, wie Flugkörper, Drohnen, Panzer und Artillerie", so der Regierungsvertreter. Die Kampfhandlungen hätten auch größere Städte ergriffen, etwa Stepanakert, die Hauptstadt der umstrittenen Region. Von Raketen getroffen worden sei zudem die Stadt Mingachevir, die in der Nähe des größten Staudamms Aserbaidschans liege. Zur Zahl der Toten und Verletzten auf beiden Seiten fehlten gesicherte Erkenntnisse. Eigenen Angaben zufolge seien auf armenischer Seite bislang 200 getötete und 400 verletzte Soldaten zu beklagen. Aserbeidschan mache keine Angaben mehr über Gefallene, sagte der Regierungsvertreter.

Laut dem Bürgerbeauftragten Berg-Karabachs sei "etwa die Hälfte" der Bevölkerung, also bis zu 75.000 Menschen, auf der

Flucht in Richtung Armenien.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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