Inhalt

Aufgekehrt
Alexander Weinlein
Die Kunst des Deals

Wie umgehen mit einem Präsidenten, der sich aufführt wie ein trotzig-narzisstisches Kleinkind und die einfachsten Regeln der Demokratie unterlaufen möchte? Zumindest zwei Menschen scheinen die Antwort auf jene Frage zu kennen, die sich nicht erst seit der vergangenen Woche Millionen von Menschen in aller Welt stellen.

Da wäre zum einen Friedrich Merz. Der selbsterklärte Möchtegern-CDU-Vorsitzende-und-Kanzlerkandidat verkündete im Interview mit seiner persönlichen Wahlkampfplattform "Bild" auf die Frage, wie er als Bundeskanzler mit Donald Trump umgehen würde, gewohnt selbstbewusst: "Wir kämen schon klar." Das hätte man doch gerne etwas ausführlicher gewusst. Schließlich ist Merz auch der einzige Deutsche, der es schafft, seine Steuererklärung auf einem Bierdeckel unterzubringen. Und auf der Rückseite wahrscheinlich auch die von Trump. Schade nur, dass die wie ein Staatsgeheimnis gehütet wird. Eventuell werden die Dienste von Merz aber auch gar nicht benötigt.

Definitiv ein glückliches Händchen im Umgang mit Polit-Rambo Trump hat seine Ehefrau Melania. Die First Lady soll in den vergangenen Jahren gleich zweimal ihrem Donald einen neuen und jeweils besseren Ehevertrag abgerungen haben, um ihren Sohn Barron und sich selbst finanziell besser abzusichern. So behauptet das die amerikanische Journalistin und Pulitzerpreisträgerin Mary Jordan in ihrem Buch über die Präsidentengattin, das den bezeichnenden Titel "The Art of her Deal" (Die Kunst ihres Deals) trägt. Und da Trump sich selbst für den größten Dealer aller Zeiten hält, will das nun wirklich etwas heißen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag