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Kristina Pezzei
Bund mit Vorbildfunktion

Experten fordern Orientierung bei Digitalisierung

Orientierung geben, Erwartungen konkretisieren, gezielt fördern - bei der Frage, wie die Politik Unternehmen und Handwerk in der Baubranche beim Digitalisieren helfen kann, waren sich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden bei einer Anhörung im Bauausschuss weitgehend einig. Sie betonten auch die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand, wenn es um das Organisieren von Beteiligungsprozessen geht und das Schaffen von Räumen, in der Partner auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Anlass zu der Aussprache in der vergangenen Woche hatten die Fraktionen von CDU/CSU und SPD mit einem Antrag zur "Digitalisierung des Planens und Bauens" (19/14341) geliefert sowie die FDP-Fraktion mit einem Antrag zu "Smart Building - ein Update für den Wohnungsbau" (19/14026).

Andreas Geyer vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe forderte über die eingangs erwähnten Punkte hinaus, Breitband müsse in der Fläche umgesetzt werden, da die Bauindustrie kleinteilig und häufig dezentral angesiedelt sei. Wichtig sei bei Ausschreibungen, dass klare Erwartungen mit Blick auf Building Information Modeling (BIM) formuliert würden. Das bekräftigte Markus König, Professor an der Ruhr-Universität Bochum. Kleine und mittlere Unternehmen seien sehr wohl anpassungsfähig, sagte er. Sie müssten allerdings wissen, was von ihnen gefordert werde.

René Hagemann-Miksits vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, befand, Unternehmen bräuchten generell Unterstützung - so sei zu überdenken, ob Normungen Privatsache bleiben sollten. Die Branche bekomme Wettbewerbsprobleme. Dem pflichtete Johannes Reischböck von der Plattform BIMobject Deutschland GmbH bei. Auch bei der Normung sehe man den Bund in der Pflicht. Reischböck begrüßte es, dass sich die öffentliche Hand grundsätzlich stärker engagiert, etwa im Rahmen des nationalen BIM-Kompetenzzentrums.

Jan Tulke vom Bündnis planen-bauen 4.0 GmbH hob dabei die Rolle von Modellvorhaben hervor: Der Vorbildcharakter werde deutlich, kleineren Unternehmen falle es so leichter, sich an den neuen Prozessen zu beteiligen. Daniel Mondino (HafenCity Universität Hamburg) unterstrich dabei die Bedeutung der Menschen hinter der Digitalisierung. Die Einstellung derer, die Prozesse einsetzten und gestalteten, sei essenziell, es müsse das Bewusstsein für Chancen der Digitalisierung geweckt werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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