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Claus Peter Kosfeld
Angst vor der Seuche

Neues Coronavirus breitet sich weiter aus

Nach der Bestätigung erster Verdachtsfälle in Deutschland hat sich vergangene Woche der Gesundheitsausschuss des Bundestages mit dem neuen Coronavirus befasst. Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss (CDU) erläuterte die Vorkehrungen der Bundesregierung im Kampf gegen den aus China eingeschleppten Keim.

Bisher wurden in Deutschland sechs Infektionen bestätigt, alle in Bayern, darunter bei einem Kind. Die fünf Erwachsenen arbeiten bei einer Firma, die in China mehrere Standorte unterhält, auch in Wuhan, wo der Erreger erstmals aufgetreten ist.

Weiss sagte, der Fall zeige, dass Notfallpläne und Alarmketten funktionierten. Sie versicherte, es werde alles getan, um größtmögliche Transparenz herzustellen. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte im Ausschuss, bereits seit Anfang Januar werde die Lage in China beobachtet. Seit die ersten Verdachtsfälle in Deutschland bestätigt wurden, sei die Koordinierungsstelle zu einem Krisenzentrum erweitert worden. Dort werde die Lage laufend neu bewertet.

Experten befürchten eine globale Ausbreitung des Virus, eine Pandemie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief inzwischen den internationalen Gesundheitsnotstand aus, nachdem die Infiziertenzahlen in China weiter sprunghaft gestiegen sind und auch in anderen Ländern Infektionen bestätigt wurden.

Das Virus soll sich im Dezember 2019 auf einem Geflügel- und Fischmarkt in Wuhan verbreitet haben, auf dem auch lebende Wildtiere gehandelt werden. Experten rätseln noch, wer der Überträger ist, Schlangen stehen im Verdacht, aber auch Nager und Fledermäuse.

China verhängte Reisebeschränkungen für Wuhan und andere Städte der Provinz Hubei. Mehrere Städte stehen unter Quarantäne, rund 60 Millionen Menschen sollen vom Fernverkehr abgeschnitten sein. Die chinesischen Behörden bestätigten bis Freitag mindestens 9.692 Infizierte und 213 Todesopfer. Von Reisen nach China wird derzeit abgeraten. Ein Impfstoff steht noch nicht zur Verfügung. Oft verläuft die Infektion harmlos, gefährdet sind ältere Leute mit Vorerkrankungen. Eine epidemische Ausbreitung des Virus in Deutschland gilt derzeit als eher unwahrscheinlich.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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