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Gastkommentare - Contra
Daniel Goffart, "Focus"
Gewichtige Gründe

Abschied vom Hufeisen?

D ie Union wäre verrückt, würde sie sich der Linkspartei annähern. Welchen Vorteil brächte das? Vielleicht gäbe es ein wenig Beifall in linksliberalen Medien. Aber in den für CDU und CSU erreichbaren Wählerschichten würde niemand sein Kreuzchen bei den Christdemokraten machen, bloß weil die jetzt mit den Erben der SED-Diktatur schmusen. Wer das gut findet, wählt sicher alles andere, nur nicht konservativ. Es mag Leute geben, die das als "Realismus" loben würden. Aber sind das Menschen, die der Union Gutes wollen?

Gerne wird eingewendet, man dürfe Linke und AfD nicht in einen Topf werfen. Das tut auch niemand, der historisch denken kann. Aber es gibt gewichtige Gründe, die Linke abzulehnen: Deren ungeklärtes Verhältnis zu Verfassungsgrundsätzen wie der Eigentumsgarantie zählt ebenso dazu wie populistische Versuche, allen alles zu versprechen, ohne etwas halten zu müssen. Auch das Ziel, Deutschland aus der Nato führen zu wollen, verbunden mit naiv-unkritischer Sicht auf Russland, ist politisch lebensgefährlich. Von der Akzeptanz der "Kommunistischen Plattform" in den eigenen Reihen oder dem SED-Erbe ganz zu schweigen.

Natürlich ist die AfD noch viel inakzeptabler. Sie verharmlost den Faschismus, deckt Nazis in den eigenen Reihen, hetzt gegen Andersdenkende und untergräbt unser politisches System. Deshalb tut die Union auch gut daran, jegliche Form des Zusammenwirkens auszuschließen.

Äquidistanz bedeutet lediglich gleicher Abstand zu politischen Gegnern, bei weitem aber nicht gleiche inhaltliche Bewertung. Man kann Parteien aus guten und sehr unterschiedlichen Gründen ablehnen. Die Union sollte sich nicht verwirren lassen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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