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Alexander Heinrich
Kurz notiert

22.1.1963 Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle unterzeichnen im Pariser Élysée-Palast den Vertrag über die Deutsch-Französische Zusammenarbeit - den "Élysée-Vertrag". Die Vertragspartner vereinbaren regelmäßige Treffen der Regierungsvertreter, die Absprache in der Außen-, Europa- und Verteidigungspolitik sowie eine enge Zusammenarbeit in der Kultur- und Jugendpolitik. In einer zusätzlichen Erklärung werden die Ziele benannt: die Aussöhnung der in jahrhundertelanger "Erbfeindschaft" verbundenen Staaten, die Begründung einer echten Freundschaft zwischen den beiden Völkern, insbesondere der Jugend, und der Aufbau eines einigen Europas. Dem Vertrag vorausgegangen waren mehrere Initiativen zur Zusammenarbeit in Europa: 1952 wurde die Montanunion ins Leben gerufen, die auf dem Schuman-Plan für eine Zusammenlegung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlproduktion fußte. Im Januar 1958 traten die Verträge über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Kraft.

4./5.7.1963 Bei den ersten deutsch-französischen Konsultationen in Bonn wird die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) beschlossen. Seither haben etwa acht Millionen Deutsche und Franzose an rund 300.000 Austauschprogrammen und Begegnungen teilgenommen.

10.2.1972 Beide Seiten vereinbaren die Einrichtung deutsch-französischer Gymnasien und die Schaffung des deutsch-französischen Abiturs ("AbiBac"). Die gegenseitige Anerkennung der "Allgemeinen Hochschulreife" und des französischen "baccalauréat" folgt 1986.

11.10.1983 Erstes Deutsch-Französisches Jugendparlament: Rund 100 junge Deutsche und Franzosen diskutieren mit Abgeordneten aus Bundestag und Assemblée nationale.

22.9.1984 Präsident François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl gedenken in Verdun gemeinsam der in beiden Weltkriegen gefallenen deutschen und französischen Soldaten.

22.1.1988 Anlässlich des 25. Jahrestages wird der Élysée-Vertrag um Zusatzprotokolle erweitert, die unter anderem zur Gründung eines gemeinsamen Finanz- und Wirtschaftsrats, eines Umwelt- und Kulturrats sowie eines Verteidigungs- und Sicherheitsrats führen.

30.5.1992 Der von Deutschland und Frankreich ins Leben gerufene Fernsehsender "Arte" mit Sitz in Straßburg geht auf Sendung.

5.1.1993 Das Eurocorps nimmt seinen Dienst am offiziellen Sitz in Straßburg auf, ihm gehören zu Beginn 40.000 Soldaten aus Deutschland und Frankreich an.

21.2.1998 In Posen treffen sich erstmals die Präsidenten Frankreichs und Polens und der deutsche Bundeskanzler im Rahmen des "Weimarer Dreiecks".

22.1.2003 Am 40. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages findet das erste Treffen des deutsch-französischen Ministerrates im Élysée-Palast statt. Seither kommen halbjährlich die Kabinette beider Staaten zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die erste gemeinsame Sitzung der Abgeordneten der Assemblée nationale und des Bundestages in Versailles. Unter anderem beschließen die Abgeordneten dort regelmäßige gemeinsame Präsidiumssitzungen, eine stärkere Kooperation von Ausschüssen sowie den Austausch von Beamten.

8. 7. 2012 Bei einer Gedenkfeier in der Kathedrale von Reims erinnern Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident François Hollande an einen wichtigen symbolischen Akt der deutsch-französischen Freundschaft vor 50 Jahren. In der Kathedrale von Reims hatten am 8. Juli 1962 die beiden Staatsmänner de Gaulle und Adenauer gemeinsam an einer Messe teilgenommen und damit ihren Willen zur Versöhnung bekräftigt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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