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Rainer Poeschl
Ehrung der Tapferen

BUNDESWEHR Verteidigungsausschuss würdigt mutige Soldaten für ihre Rettungseinsätze

Was sie bewegt, ist die Sorge um den Nächsten. Und ihre Tapferkeit, ihr Mut und ihre Umsicht folgen einem Verantwortungsgefühl, das sie in schweren Gefechten und bei Anschlägen aus dem Hinterhalt, von denen sich kaum jemand eine Vorstellung machen kann, weniger daran denken lässt, die eigene Haut zu retten, sondern sich um ihre Kameraden zu kümmern.

Den 19 Soldaten der Bundeswehr, die vom Verteidigungssausschuss des Bundestages am vergangenen Mittwoch zu einer besonderen Ehrung empfangen und für besondere Leistungen während ihrer Auslandseinsätze ausgezeichnet wurden, versicherte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Susanne Kastner (SPD): "Uns ist bewusst, dass mit Ihrem Engagement und Einsatz nicht immer die Anerkennung verbunden ist, die Sie zu Recht verdient hätten." Aus der Armee, die im Kalten Krieg zwischen Ost und West in erster Linie der Abschreckung diente, sei längst eine Armee im Einsatz geworden.

Bei der Würdigung der Soldaten wurde greifbar, was dies konkret für den Einzelnen bedeutet. So hatte ein Soldat im Raum nach einem Anschlag auf einen Eagle unter Feindfeuer den Wagen verlassen und die gefallenen und verwundeten Kameraden geborgen. Er sorgte mit Ruhe und Geistesgegenwart für die Absicherung am Verwundetensammelplatz, organisierte den schnellen Abtransport und trug so zur Rettung seiner Kameraden bei. Die meisten der Geehrten kamen aus einem Kriegsgebiet, das ihnen unter Gefahr für Leib und Leben großen persönlichen Einsatz abfordert. Etwa die Hälfte von ihnen war teilweise schwer verwundet worden.

Die Geehrten stehen stellvertretend für die rund 6.500 Männer und Frauen, die ihren Dienst in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo, im Kongo, im Sudan, in Uganda, an der Küste des Libanon, am Horn vor Afrika und vor allem in Afghanistan leisten. Ein Marineangehöriger hatte seit 2002 insgesamt 16 Auslandseinsätze hinter sich, ein anderer zeichnete sich beim Kampf gegen Piraterie und Terrorismus aus.

Bei einer Führung durch das Reichstagsgebäude hatten die Soldaten Gelegenheit zu einem Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert. Ihnen wurde in Anwesenheit des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus ein Buch und eine Urkunde überreicht. Im Namen ihrer Kollegen versicherte Susanne Kastner, dass der Deutsche Bundestag die Entscheidungen über Auslandseinsätze niemals leichtfertig treffen werde.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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