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Jörg Biallas
Zeichen stehen auf Schwarz-Rot

SACHSEN-ANHALT

Am Ende war der Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt am 19. März doch wesentlich unspektakulärer als erwartet: Die CDU hat die Wahl klar gewonnen (32,5 Prozent). Ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei zwischen Linkspartei (23,7 Prozent) und SPD (21,5 Prozent) ist ausgeblieben. Während Bündnis 90/Die Grünen (7,1 Prozent) nach 13 Jahren erstmals wieder in den Landtag einziehen, scheiterte die FDP (3,8 Prozent). Und der befürchtete Einzug der rechtsextremen NPD (4,6 Prozent) in das Landesparlament fand nicht statt.

Es zeichnet sich also ab, dass die Große Koalition fortgeführt wird. Neuer Ministerpräsident wäre dann Reiner Haseloff (CDU) als Nachfolger seines aus der Politik ausscheidenden Parteifreundes Wolfgang Böhmer. Dessen bisheriger Stellvertreter, Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), setzt darauf, beide Ämter zu behalten. Rechnerisch wäre auch eine Koalition von SPD und Linke möglich. Die SPD hat aber ihr vor der Wahl abgegebenes Versprechen, bei einem schlechteren Abschneiden als die Linkspartei keinen Ministerpräsidenten aus deren Reihen zu unterstützen, erneuert.

Mit Spannung werden deshalb in Sachsen-Anhalt die Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD erwartet. Spekuliert wurde in der vergangenen Woche über einen Tausch der Zuständigkeiten für das derzeit von der SPD geführte Innenressort mit dem Kultusministerium in CDU-Regie.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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