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VOR 55 JAHREN ...
Tatjana Heid
»Schlapphüte« treten an

1. April 1956: BND nimmt Arbeit auf

"Die Organisation Gehlen wird nach näherer Weisung des Bundeskanzlers in den Bundesnachrichtendienst überführt." So lautete der simple Beschluss, nach dem der Bundesnachrichtendienst (BND) am 1. April 1956 in Pullach bei München seine Arbeit aufnahm. Erster Präsident wurde Reinhard Gehlen, Gründer der Vorgängerorganisation und ehemaliger Generalmajor der Wehrmacht.

Als Auslandsnachrichtendienst sammelt der BND Informationen, die von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung für Deutschland sind. So steht es im BND-Gesetz, Artikel 1 Absatz 2.

Mit ihrer Arbeit sind die "Schlapphüte" - wie die BND-Agenten früher spöttisch genannt wurden - immer wieder in die Kritik geraten. So musste der BND im Jubiläumsjahr 2006 zugeben, deutsche Journalisten im Inland bespitzelt zu haben - ein Verstoß gegen die Pressefreiheit und den Aufgabenbereich eines Auslandsgeheimdienstes. Der Bundestag setzte daraufhin einen Untersuchungsausschuss ein. Im Jahr 1981 hatte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) den Geheimdienst gar als "Dilettantenverein" beschimpft, nachdem er bei einem DDR-Besuch ohne vorherige Warnung durch den BND von der Ausrufung des Kriegsrechts in Polen überrascht worden war. Und das, obwohl der Bundesnachrichtendienst seit Beginn seiner Tätigkeit direkt dem Kanzleramt unterstellt ist.

Diese Nähe wird sich in Zukunft auch räumlich zeigen: Im Jahr 2014 soll die Zentrale des BND von Pullach nach Berlin verlegt werden. Vor fünf Jahren begann der Neubau in Berlin-Mitte - nur etwa zwei Kilometer Luftlinie vom Kanzleramt entfernt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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