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Susanne Kailitz
Die Chancen der Senioren

FAMILIE

Direkt betrifft das Thema nur wenige Abgeordnete: 49,3 Jahre alt sind die Bundestagsmitglieder im Schnitt. Welche Potenziale ältere Menschen in der Gesellschaft haben, ist für die meisten vorerst nur Theorie. Doch weil im Jahr 2050 jeder dritte Deutsche älter als 60 Jahre alt sein wird, sind sich die Fraktionen einig: Die Teilhabe der Älteren muss verbessert werden.

Dies wurde in der Debatte am vergangenen Donnerstag zu dem SPD-Antrag "Potenziale des Alters und des Alterns stärken" (17/2145) deutlich. Die Berichterstatterin der SPD-Fraktion für Seniorenpolitik, Petra Crone, bezeichnete es als ein "schönes Geschenk", dass sich die Lebenszeit der meisten Menschen verlängert habe. Sie frage sich, wann die Regierung die Anregungen des 6. Altenberichts aufnehmen und in konkrete Programmatik umwandeln werde. Das wollen auch die Grünen und mahnten zudem, diejenigen im Blick behalten, die nicht für sich selbst sorgen könnten.

Die Linke hingegen kritisierte den SPD-Antrag, in dem vor allem der Ausbau der Freiwilligendienste gefordert wird: Wichtiger seien "armutsfeste Renten", so die seniorenpolitische Sprecherin der Fraktion, Heidrun Dittrich. Die meisten Menschen würden die Rente als "erholsamen Lebensabschnitt" wünschen. Sie dürften nicht zu gesellschaftlichem Engagement verpflichtet werden.

Die Koalition dagegen weist die Kritik der SPD zurück: So sagte Erwin Rüddel (CDU), damit die älter werdende Gesellschaft zu einer Chance für das gesamte Land werde, habe die Regierung etwa die Mehrgenerationenhäuser initiiert.

Für die FDP unterstricht die Abgeordnete Nicole Bracht-Bendt, sie sei zwar wie die Sozialdemokraten für das Ende starrer Altersgrenzen, man dürfe aber keine "Wohlfühlprogramme" auflegen, die niemand finanzieren könne.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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