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Bernd Haunfelder
Helmuth Becker gestorben

NACHRUF

Helmuth Becker, langjähriger SPD-Abgeordneter und Bundestagsvizepräsident, ist am 20. Mai im Alter von 81 Jahren in Münster gestorben. Der Bundestag gedachte Becker am vergangenen Donnerstag mit einer Schweigeminute. Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) würdigte Becker als "außergewöhnliche Parlamentarierpersönlichkeit" und "Meister des Pragmatismus", der über alle Parteigrenzen hinweg geschätzt worden sei.

Becker, von 1969 bis 1994 Mitglied des Bundestages, viele Jahre Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion, von 1980 bis 1982 Parlamentarischer Staatssekretär im Postministerium und von 1990 bis 1994 Vizepräsident des Parlaments, kam über die Gewerkschaftsbewegung in die Politik. Schon 1948 war der 1929 in Münster geborene Diplomingenieur der Postgewerkschaft beigetreten, in die Politik zog es ihn jedoch vergleichsweise spät. Nach nur wenigen Jahren Mitgliedschaft in der SPD wurde er 1969 erstmals in den Bundestag gewählt. Der Mann von "münsterländischer Gemütsruhe", wie eine Zeitung einmal schrieb, stieg in der SPD-Fraktion rasch auf und war viele Jahre die rechte Hand Herbert Wehners. Auch nach seiner parlamentarischen Karriere ruhte Becker nicht. Von 1995 bis 2000 war er Präsident der "Vereinigung ehemaliger Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlamentes". Außerdem lag ihm die Versöhnung mit Polen - anerkannt durch die Ehrendoktorwürde der Universität Breslau - sehr am Herzen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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