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Jörg-Müller Brandes
Hoyer lehnt EU-Steuern ab

EU

Werner Hoyer (FDP), Staatsminister im Auswärtigen Amt, hat die von der EU-Kommission vorgeschlagene Einführung von EU-Steuern zur Finanzierung des Gemeinschaftshaushalts abgelehnt. "In der Phase der europäischen Integration, in der wir uns gerade befinden, würden uns die Bürger eine zusätzliche Steuer nicht abnehmen", sagte Hoyer am vergangenen Mittwoch im EU-Ausschuss mit Blick auf die jüngste Diskussion um die Griechenlandhilfen.

Während seiner Unterrichtung über den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU, zu dem die Kommission am 29. Juni ihren Entwurf veröffentlicht hatte, sagte Hoyer, dieser enthalte "Licht und Schatten". Der MFR regelt den kommenden EU-Haushalt für die Jahre 2014 bis 2020. Der Staatsminister monierte außerdem, die im Entwurf enthaltenen Ausgaben "gehen weit über unsere Vorstellungen hinaus", und er bezifferte die Differenz auf rund 100 Milliarden Euro. Auch die von der Kommission vorgesehenen Ausgaben für die Strukturpolitik von 376 Milliarden Euro bezeichnete Hoyer als zu viel. Gleichzeitig nannte er den Kommissionsentwurf insgesamt einen "realistischen Vorschlag".

Positiv wertete Hoyer auch das "Entgegenkommen der Kommission bei der Förderung der neuen Bundesländer". Diese sollen laut Entwurf zwei Drittel der bisher gewährten Mittel weiter erhalten. Die Verhandlungen des künftigen EU-Haushalts bezeichnete Hoyer als den "größten Finanzpoker, der in der EU jemals stattgefunden hat" und betonte, eine abschließende Einigung erfolge möglicherwiese erst Ende 2013.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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