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Monika Pilath
Nein zum Boykott von Reisezielen

TOURISMUS

Der Tourismusausschuss räumt dem Thema Menschenrechte eine zentrale Bedeutung ein, lehnt aber den Boykott bestimmter Reiseziele ab. Wie in einem Expertengespräch des Gremiums am vergangenen Mittwoch deutlich wurde, wünschen alle Fraktionen, dass die Wahrung der Menschenrechte integraler Bestandteil des tourismuspolitischen Handelns der Bundesregierung, des unternehmerischen Handelns der Tourismusbranche sowie der Reiseentscheidungen der Bürger ist.

Der Vorsitzende des Tourismusausschusses, Klaus Brähmig (CDU), betonte, Tourismus sei "beste Außen-, Entwicklungs- und Nachhaltigkeitspolitik". Er regte an, dass Reiseveranstalter in ihren Katalogen auf vorbildlichen Umgang mit Menschenrechten hinweisen. Es gelte, gute Praxis zu belohnen. Boykottaufrufe gegen bestimmte Länder seien dagegen nicht sinnvoll, sagte Brähmig, der darin Unterstützung bei den Fraktionen und den Vertretern der Reisebranche fand. Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Jürgen Büchy, betonte, das Bemühen um Nachhaltigkeit sei "eine ganz wesentliche Voraussetzung dafür, dass wir unser Geschäft nachhaltig betreiben können". Der Boykott einzelner Destinationen sei dabei nicht zielführend. So stelle sich die Frage, welches Maß an Menschenrechtsverletzungen lasse Reisen in ein entsprechendes Land noch zu und welches nicht, fragte Büchy.

Auch Burghard Rauschelbach von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit sagte in der Ausschusssitzung, "der Rückzug aus bestimmten Ländern" sei "keine Lösung". Tourismus könne vielmehr zur Veränderung in Ländern beitragen, in denen Menschenrechte verletzt werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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