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AUFGEKEHRT
Monika Pilath
Socialismo o muerte

Querida companera Gesine, querido Ernesto Klaus, mit revolutionärer Freude habe ich Eure Glückwünsche zu meinem Geburtstag empfangen. Im Namen des gesamten kubanischen Volkes und seiner glorreichen kommunistischen Partei danke ich Euch. Besonders gefreut hat mich Eure ehrliche Begeisterung für die Errungenschaften des sozialistischen Kubas unter meiner Führung, die - wie Ihr treffend formuliert - Beispielwirkung für so viele Völker der Welt haben. Solch offene Worte sind selten geworden.

Liebe Genossen, wie ich höre, steht Ihr in der bösartigen Kritik konterrevolutionärer Elemente. Lasst mich Euch in diesen schweren Stunden Mut zusprechen und Euch an meine Worte von 1959 erinnern: Eine Revolution ist kein Rosenbett. Seid aber gewiss: Die Geschichte wird Euch wie mich freisprechen. Denn, wie schon Euer Máximo Líder Erich Honecker wusste, den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

Lasst mich Euch in unverbrüchlicher Freundschaft und Solidarität einen Rat geben: Euer Ziel kann nur heißen, die Machtverhältnisse in Euren Parlamenten so zu gestalten wie in unseren Versammlungen der Volksmacht - unter uns gesagt, regiert es sich so einfach besser und lästige gusanos, politische Gegner in- und außerhalb der Partei, lassen sich leicht eliminieren. Falls entsprechende Kenntnisse seit dem Rückschlag von 1989 für unsere gemeinsame Sache verblasst sein sollten, kann ich Euch Spezialisten unserer Polícia Política entsenden. Im Gegenzug könntet Ihr mir eine Unterschriftenmaschine schicken, mit der Ihr den Brief an mich unterschrieben habt; denn, Genossen, im Vertrauen: Das eigenhändige Schreiben fällt mir inzwischen schwer. So, nun muss ich Schluss machen, denn unser gemeinsamer sozialistischer Bruder Hugo Chávez möchte mich sprechen.

Socialismo o muerte! Hasta la victoria siempre! Euer

Aus Politik und Zeitgeschichte

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