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Sibylle Ahlers
Wider die Unterdrückung

ENTWICKLUNG Abgeordnete werben für UN-Weltmädchentag

In vielen Regionen der Welt leiden Frauen und Mädchen unter massiver Benachteiligung und Unterdrückung. Sie werden misshandelt, verstümmelt, verkauft, weibliche Föten werden abgetrieben. Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) will Kanada einen Antrag zur Einrichtung eines Weltmädchentages einbringen, um auf die traurige Situation aufmerksam zu machen.

Der Deutsche Bundestag unterstützt diese Initiative und hat am 21. September mit großer Mehrheit beschlossen, sich für die Einrichtung des Weltmädchentages einzusetzen. Vor Journalisten erläuterten die Initiatoren, darunter die Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dagmar Wöhrl (CSU), vergangenen Mittwoch, wie wichtig es ist, die Situation von Mädchen und jungen Frauen weltweit stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

70 Prozent der Analphabeten weltweit sind weiblich. Rund 40 Millionen Mädchen gehen nach UN-Angaben nicht zur Schule, 150 Millionen erleben ihre ersten sexuellen Kontakte unter Anwendung von Gewalt, und die Gefahr an Aids zu erkranken, ist für junge Frauen deutlich höher als für ihre männlichen Altersgenossen. "Ein Grund dafür sind die großen Infektionsgefahren durch Genitalverstümmelungen", berichtete die CSU-Politikerin.

Karin Roth (SPD), auf deren Initiative hin der fraktionsübergreifende Antrag zustande kam, berichtete erschüttert vom Schicksal ihrer Geschlechtsgenossinnen: "Mädchen werden verkauft und verstümmelt." Sie und ihre Mitstreiter wollen erreichen, dass weltweit darauf aufmerksam gemacht wird, dass Mädchen aufgrund ihrer besonderen Lebenssituationen häufig ignoriert und verletzt werden oder Gewalt ausgesetzt sind. Ihr geht es darum, "das Bewusstsein der Frauen in den betroffenen Ländern zu schärfen".

Die FDP-Abgeordnete Helga Daub wies auf ihre Rede vor dem Bundestag in der vorvergangenen Woche hin, in der sie gesagt hatte: "Bildung bedeutet Aufklärung, Wissen und Bewusstsein, damit die nächsten Generationen von Mädchen mit mehr Rechten und unter größerem Schutz vor alltäglicher Unterdrückung und Gräueltaten aufwachsen können."

Auch ein Mann kämpft offensiv für den Mädchentag: Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grünen) erinnert daran, dass in einigen Gesellschaften Mädchen sogar schon vor ihrer Geburt geschützt werden müssen. Viele Föten würden abgetrieben, nur weil sie weiblich seien.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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