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Tatjana Heid
Hilfetelefon für Frauen

GEWALT

Die Bundesregierung plant die Einrichtung eines bundesweiten Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen". Ein entsprechender Gesetzentwurf (17/7238) wurde am vergangenen Donnerstag an die zuständigen Ausschüsse verwiesen.

Das geplante Angebot wendet sich an betroffene Frauen, Personen aus ihrem sozialen Umfeld oder Menschen, die im Rahmen ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit Gewalt gegen Frauen konfrontiert werden. Das Telefon soll nach den Plänen der Regierung 24 Stunden bundesweit unter einer einheitlichen Rufnummer zu erreichen sein. Fachkräfte bieten kostenlos Erstberatung, Information und Weitervermittlung an Unterstützungseinrichtungen an. Bei Bedarf, so heißt es in dem Gesetzentwurf, könne die Beratung auch in einer Fremdsprache erfolgen. Die Regierung rechnet für das kommende Jahr mit Kosten in Höhe von 3,1 Millionen Euro und ab 2013 mit Ausgaben in Höhe von sechs Millionen Euro jährlich.

Laut Gesetzentwurf sind 40 Prozent aller in Deutschland lebenden Frauen in ihrem Leben mindestens einmal von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen gewesen. Zwar gebe es in Deutschland ein "breites Netz" von spezialisierten Facheinrichtungen und Beratungsstellen, schreibt die Bundesregierung, jedoch erreichten die bestehenden Strukturen die Frauen nicht oder nicht früh genug.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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