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Monika Pilath
Kampf gegen Glücksspielsucht

GESUNDHEIT

Die SPD-Fraktion will die Glücksspielsucht wirksamer bekämpfen. Der Bundestag überwies einen entsprechenden Antrag (17/6338) am vergangenen Donnerstag an den Gesundheitsausschuss. Die Sozialdemokraten drängen die Bundesregierung darin, das staatliche Glücksspielmonopol zu erhalten und auf die Länder einzuwirken, keine Erweiterung des Glücksspielmarktes zuzulassen. Letzteres ist Ende Oktober jedoch bereits geschehen: Zwar einigten sich die Länder mit Ausnahme Schleswig-Holsteins darauf, das Lotto-Monopol des Staates zu erhalten. Sie beschlossen aber zugleich, den Sportwettenmarkt für zwanzig private Anbieter zu öffnen.

In dem jetzt diskutierten Antrag fordert die SPD darüber hinaus, die Regierung müsse gemeinsam mit den Ländern die Sperrdatei mit der Möglichkeit der Selbst- und Fremdsperre für Süchtige auch auf den Bereich der Geldspielautomaten ausweiten. Zudem solle ein verpflichtendes Identifikationssystem für Geldspielautomaten eingeführt werden, das ein Spielsperre ermöglicht. Sicherzustellen sei, dass nur volljährige Personen an den Glücksspielautomaten spielen können. Auch müssten Manipulationen an den Spielgeräten ausgeschlossen und auf suchtverschärfende Geldkartenfunktionen verzichtet werden, betont die SPD.

Außerdem verlangen die Abgeordneten, den maximalen Verlust pro Stunde und Automat von bisher 80 auf 40 Euro zu begrenzen. Laut Antrag soll die maximale Gewinnmöglichkeit pro Stunde und Automat von derzeit 500 auf 250 Euro gesenkt werden. Zur Begründung heißt es, die Suchtgefahr durch Geldspielautomaten werde durch eine Reduzierung der suchtfördernden Merkmale der Geräte erreicht, etwa durch eine Verlangsamung des Spiels und niedrigere Grenzen für die maximalen Gewinne und Verluste pro Stunde.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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