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AUFGEKEHRT
Tatjana Heid
Die Crux mit der Sprache

Kommunikation ist vielfältig. Manchmal sagt der Augenaufschlag beim Anzünden einer Zigarette mehr als Tausend Worte. Oder das Stirnrunzeln des Chefs. Oder das Gestikulieren eines italienischen Touristen bei dem Versuch, durch den Frankfurter Flughafen zu finden. Und manchmal wechselt man der Einfachheit halber sogar die Sprache: Es ist leichter, von einem CD-Player zu sprechen als vom "Kompakt-Scheiben-Abspielgerät". Allerdings machen es sich die Deutschen zu oft zu leicht, finden 75.000 Sprachliebhaber und haben dem Bundestag eine Petition vorgelegt, in der sie die Aufnahme von Deutsch in die Verfassung fordern (siehe Seite 11). Auch die US-Regierung musste sich jüngst mit einer kommunikationstechnisch hochbrisanten Petition befassen. 5.000 Amerikaner wollten wissen, welche Kenntnisse ihre Regierung über außerirdische Wesen hat. Seitdem weiß die Welt aus offizieller Quelle, dass Obama tatsächlich noch nie Kontakt zu Außerirdischen hatte. Das Brisante dabei: Vielleicht hatte er bereits Kontakt, weiß es aber nicht, weil sich die Außerirdischen der falschen Sprache bedient haben.

Nach Erfahrungen mit uns bekannten (Hollywood-)Außerirdischen wissen wir: Sie neigen dazu, sich kryptisch auszudrücken. Nun hat E.T. wenigstens eine Ausrede für sein Gestammel "E.T. nach Hause telefonieren". Er war jung, allein und verängstigt. Anders dagegen Jedi-Meister Yoda. Der ist 900 Jahre alt geworden und hat noch auf dem Totenbett nicht richtig sprechen können. So weise er gewesen sein mag: "In ständiger Bewegung die Zukunft ist", ist kein richtiger Satz. Star-Wars-Fans mutmaßen übrigens, dass der sprachliche Totalausfall nicht auf Yodas Spezies zurückgeht, da ein anderer Vertreter diesen Fehler nicht hat. Ergo, Yoda wollte nicht lernen. Hier bietet sich die nächste Petition an: Integrationskurse für Außerirdische. Die Landessprache sie lernen gefälligst sollen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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