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Siegfried Löffler
Stichwahl entscheidet

SKANDINAVIEN

Der neue finnische Präsident wird in einer Stichwahl bestimmt. 4,4 Millionen Wahlberechtigte sind am kommenden Sonntag aufgerufen endgültig darüber zu entscheiden, wer die gegenwärtige Präsidentin Tarja Halonen an der Spitze des nordöstlichsten EU-Landes ablösen wird. Zur Wahl stehen der konservative ehemalige Parlamentspräsident Sauli Niinistoe, der im ersten Wahlgang Mitte Januar auf 37 Prozent der Stimmen kam sowie der Kandidat der finnischen Grünen und frühere Umweltminister Pekka Haavisto, der knapp 19 Prozent erreichte.

Für die Mehrheit der Wähler war Mitte Januar ein deutliches Bekenntnis zu Europa wichtig. Der Grund: Vor knapp einem Jahr führte bei den Parlamentswahlen der kometenhafte Aufstieg der Protestwählerpartei "Wahre Finnen" mit dem eloquenten Populisten Timo Soini von einer Mini- zur drittgrößten Fraktion und einem Stimmenanteil von 18,6 Prozent besonders in Mitteleuropa zu Irritationen. Bei der Präsidentschaftswahl kam Soini nun nur auf einen Anteil von 9,4 Prozent. Wesentlich erfolgreicher war der ehrgeizige EU-Kritiker Paavo Väyrynen von der Zentrumspartei, der am liebsten die alte Finnmark wieder einführen möchte. Er verfehlte mit einem Anteil von 17,5 Prozent den begehrten zweiten Platz für die Stichwahl. Mit dem langjährigen Finanzminister und Parlamentspräsidenten Sauli Niinistoe favorisierten die Finnen stattdessen einen international angesehenen Spitzenpolitiker. Im Gegensatz zu den meisten der 17 Euro-Länder hält sich Finnland seit Beginn an die strengen Maastricht-Kriterien. Das Ergebnis der ersten Wahlrunde macht auch deutlich, dass sich aus Sicht der Bevölkerungsmehrheit daran nichts ändern soll.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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