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Tatjana Heid
Streit um Wert der Ausbildung

BILDUNG

Die Bundesregierung soll die Gleichwertigkeit von Berufsbildung und Abitur gewährleisten. Einen entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen Union und FDP (17/8450) hat der Bundestag am Donnerstag verabschiedet. In ihm fordern die Abgeordneten, dass die Zuordnung von Qualifikationen im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) nur im Konsens mit allen beteiligten Akteuren geschehen soll. Der DQR soll das deutsche Qualifikationssystem transparenter und im europäischen Kontext vergleichbar machen. Hintergrund ist die Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rats zur Errichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens.

In Deutschland herrscht Unstimmigkeit, wo das Abitur eingeordnet werden soll. Während die Kultusministerkonferenz sich für Stufe 5 ausspricht, wollen Bundesregierung, Gewerkschaften, Hochschulvertretungen und Wirtschaftsverbände das Abitur zusammen mit beruflichen Erstausbildungen von drei- bis dreieinhalb Jahren Dauer auf Stufe 4 einordnen. Dafür hatten sich auch die Fraktionen von SPD und Grünen in jeweils eigenen Anträgen (17/7957, 17/8352) ausgesprochen. Die Vorlagen scheiterten im Plenum.

In der vergangenen Woche hat Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Vorschlag unterbreitet, zunächst auf die Einordnung der allgemeinbildenden Schulabschlüsse zu verzichten und sie erst in einem zweiten Schritt zuzuordnen. Die Entscheidung soll am Dienstag fallen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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