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Jan Eisel
Hoffnungen vom Freiheitsplatz

AUSSTELLUNG Fotografien vor dem Kanzleramt zeigen Menschen der ägyptischen Revolution

Wunsch und Wirklichkeit stehen sich in Berlin in einer Fotoausstellung unter freiem Himmel zwischen Paul-Löbe-Haus und Kanzleramt gegenüber. In dem Fotoprojekt "egypt reloaded" arbeiten die Berliner Fotografen Angelika und Bernd Kohlmeier ein Jahr nach den Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz in Kairo die Anfänge der ägyptischen Revolution auf. Die für sechs Wochen geplante Ausstellung auf dem Bürgerforum wurde am vergangenen Freitag von Klaus Brandner (SPD), Vorsitzender der Deutsch-Ägyptischen Parlamentariergruppe, eröffnet.

In einem inneren und äußeren Kreis aufgestellte schwarz-weiß Portraits zeigen 50 Frauen und Männer, die an der Revolution teilgenommen und ihre Vorstellungen von der Zukunft des Landes auf ein weißes Blatt Papier geschrieben haben. "Jeder soll seine Fähigkeiten frei entfalten können", heißt es auf einem Bild. "Jeder soll seine Meinung ohne Furcht äußern können", fordert ein Ägypter auf einem anderen Porträt. Dass jeder ohne Korruption weiterkommen könne und Ägypten ein ziviler Staat werde, wünschen sich weitere Demonstranten.

Wie weit diese Wünsche ein Jahr nach den Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz - dem Freiheitsplatz - Wirklichkeit geworden sind, lasse sich heute noch nicht beantworten. "Heute sprechen wir von einer unvollendeten Revolution", sagte Klaus Brandner. Die Ausstellung drücke die Achtung und Anerkennung vor der Leistung des ägyptischen Volkes aus und sei eine Würdigung der Menschen, die für Freiheit, Demokratie und die Menschenwürde gekämpft haben.

Ergänzt wird die Ausstellung von 360-Grad-Panoramen, die Momentaufnahmen des Geschehens auf dem Tahrir-Platz zeigen. Im Innenkreis der Ausstellung dokumentieren Bilder des ägyptischen Fotografen Beshoy Fayez chronologisch die Revolution seit ihrem Beginn. "Ich habe versucht, die Gefühle und Hoffnungen vom Tahrir-Platz auf meinen Bildern nachzuempfinden und auf diesen Platz in Berlin zu transportieren", erklärte Fayez die Motive.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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