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Karl-Otto Sattler
Elefantenehe oder Rot-Rot

SAARLAND In Umfragen liegen CDU und SPD gleichauf

Der SPD-Star bekam richtig sein Fett weg: "Ich werde mein Licht nicht unter den Scheffel stellen, bloß damit die Funzel von Heiko Maas etwas heller leuchtet", giftete Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) jüngst. Und: "Der Ton wird noch härter werden", drohte die saarländische Ministerpräsidentin. SPD-Landeschef Maas konterte, die CDU habe bei der Leiharbeit "gepennt" und "Versorgungsorgien" inszeniert.

Stellenabbau angestrebt

Doch das Wahlkampfgetöse täuscht: Kramp-Karrenbauer und Maas versprechen sich für die Zeit nach der Landtagswahl am 25. März die politische Ehe. Man wolle "klare Verhältnisse", betonte die CDU-Frau, und die seien "am besten mit CDU und SPD möglich". Es gehe darum, "die Probleme des Landes gemeinsam zu lösen", assistierte der SPD-Mann.

Gerechtfertigt wird die angestrebte Elefantenhochzeit mit der Schuldenbremse. Im Etat müssen bis 2020 jedes Jahr 70 Millionen Euro zusätzlich eingespart werden. Die CDU will 2.400 der 24.000 Jobs im Landesdienst streichen, auch für die SPD ist ein Stellenabbau "unvermeidlich".

Sympathien für Rot-Rot

Die Matadore ringen jetzt darum, wer Nummer eins wird. Umfragen sehen Union und SPD gleichauf mit etwa 36 Prozent. Der Linke-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine, dessen Partei bei 15 Prozent verortet wird, trommelt freilich für Rot-Rot. Maas schließt dies zwar aus, doch an der SPD-Basis hat dieses Bündnis viele Sympathien. "Unsere Schuldenbremse heißt Vermögenssteuer"- so wirbt Lafontaine dafür, die Reduzierung der Neuverschuldung vor allem über höhere Abgaben für Reiche anzuvisieren. Landet Maas hinter der CDU, könnte dies die SPD in eine Zerreißprobe stürzen: Nummer eins mit Rot-Rot oder Nummer zwei in der Großen Koalition?

FDP und Grüne scheinen derweil unterzugehen. Demoskopen sehen die Liberalen, deren Personal-Harakiri das Ende der schwarz-gelb-grünen Koalition provoziert hatte, bei zwei Prozent. Auch die Grünen drohen mit vier Prozent zu scheitern. Indes könnten es die Piraten schaffen, Umfragen geben ihnen fünf Prozent. Das Programm wirkt ziemlich diffus. Die 22jährige Spitzenfrau Jasmin Maurer stuft ihre Partei in der Mitte ein und propagiert "Transparenz, Basisdemokratie und mehr Mitbestimmung".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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