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Michael Klein
Hunger in der Welt bekämpfen

Bildung und Forschung

Durch Forschung und Wissenstransfer sollen Beiträge zum Aufbau umweltschonender und nachhaltiger Ernährungssysteme in Hungergebieten geleistet werden. Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP forderten deshalb die Bundesregierung in einem am vergangenen Donnerstag vom Bundestag angenommenen Antrag (17/6504, 17/9024) auf, Forschungsthemen zu identifizieren, "welche für eine Lösung des Welternährungsprogramms" relevant seien. Die Sicherung der weltweiten Ernährung zähle zu einer der "zentralen Herausforderungen der internationalen Gemeinschaft in den kommenden Jahrzehnten", heißt es in dem Antrag. Bis 2050 werde die Nachfrage an Nahrungsmitteln um weitere 50 Prozent steigen, da ein Anstieg der Weltbevölkerung auf 9,3 Milliarden Menschen erwartet werde. Für Rene Röspel (SPD) ist es unstrittig, den Hunger weltweit zu bekämpfen. Uneinig sei man sich allerdings über den Weg dorthin, sagte er in der Debatte. Hunger sei vor allem ein Armuts- und ein Verteilungsproblem. Dies könnte nicht nur mit Forschung gelöst werden.

Peter Röhlinger (FDP) sagte, der Antrag sei ein Beitrag zur Bekämpfung des Hungers. Das Problem könne allein damit nicht gelöst werden. Zusammenarbeit sei jedoch der richtige Weg, um den Hunger und Krankheiten in der Welt zu bekämpfen.

Kirsten Tackmann (Die Linke) kritisierte vor allem, dass bei der Agrarforschung in den vergangenen Jahren "massiv" gespart worden sei. Wenn die Nahrung fair verteilt würde, gebe es keinen Hunger. Für Harald Ebner (Bündnis 90/Die Grünen) beinhaltet der Antrag nur Allgemeinplätze und "heiße Luft". Ewa Klamt (CDU) wies darauf hin, dass Hunger verschiedene Ursachen habe. Auch die Forschung müsse dazu beitragen, den Hunger zu bekämpfen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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