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Annette Rollmann
Karriere ohne Perspektive

BILDUNG

Da viele Stellen für Postdoktoranden im wissenschaftlichen System befristet sind, leidet der akademische Mittelbau zunehmend unter mangelnder beruflicher Perspektive. Karrieren sind kaum mehr planbar. Das war der einmütige Tenor im öffentlichen Fachgespräch des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung in der vergangenen Woche.

Isolde von Bülow von der Ludwig-Maximilians-Universität München bemängelte, dass Stellen unterhalb der Professur meist nicht öffentlich ausgeschrieben würden. "Oft wird der Aufwand gescheut", sagte sie.

Sabine Jeschke von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen sagte, die Problematik der Befristung von Stellen an Hochschulen werde verzerrt wahrgenommen. Es sei sehr wohl sinnvoll, Doktorandenstellen zu befristen, aber der Weg danach sei für die Wissenschaftler unklar. "Vor allem gibt es viel zu wenige Professorenstellen. Das ist das Problem."

Andreas Keller von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterfütterte das Thema mit Zahlen. Mittlerweile seien 90 Prozent des angestellten Personals an Hochschulen nur befristet angestellt, davon die Hälfte für weniger als in Jahr. "Das führt zu prekären Verhältnissen", sagte der Gewerkschafter.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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