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Michael Klein
Flughafen-Starttermin verschoben

VERKEHR UND BAU

Eins ist sicher: Der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BER) wird nicht am 3. Juni eröffnet. Wann die ersten Flugzeuge dort planmäßig starten oder landen können sollen, soll in dieser Woche bekannt gegeben werden. Dies erklärte der BER-Chef Rainer Schwarz vergangenen Woche im Verkehrs- und Bauausschuss. Dort begründete er gemeinsam mit Verkehrs-Staatssekretär Rainer Bomba (CDU), der den Bund im Aufsichtsrat vertritt, die kurz zuvor bekannt gewordene Verschiebung des Eröffnungstermins.

Bomba führte aus, dass der Bund mit 26 Prozent am Flughafen beteiligt sei. Die Länder Berlin und Brandenburg halten jeweils 37 Prozent der Anteile. Er selbst sei immer davon ausgegangen, dass der Zeitplan eingehalten werde. Er sei als Aufsichtsratsmitglied erst unmittelbar vor der Bekanntgabe von der Verschiebung informiert worden. Ursache dafür seien Probleme beim Brandschutz. Der schon begonnene Umzug von Tegel sei sofort gestoppt worden.

Bomba betonte, dass der Aufsichtsrat der Pflicht zur Kontrolle "voll umfänglich" nachgekommen sei. So habe der Aufsichtsrat regelmäßig entsprechende Kontrollberichte bekommen und geprüft. Er selbst habe sich mehrmals auch vor Ort über den Fortgang der Arbeiten informiert. Die Entscheidung zu verschieben sei richtig, da die Sicherheit immer Vorrang habe. Es müsse noch eingehend geprüft werden, wer die Verantwortung habe und wie hoch die Kosten seien. Über Schadenersatzansprüche könne noch nichts gesagt werden.

Die Abgeordneten aller Fraktionen betonten, dass sie für die Verschiebung Verständnis hätten, da die Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden Vorrang vor allen wirtschaftlichen Überlegungen habe. Sie befürchteten jedoch einen "riesengroßen Imageschaden" - besonders, da der Eröffnungstermin zum zweiten Mal verschoben wurde. Die Zeit müsse nun genutzt werden, um die Inbetriebnahme zum neuen Termin zu 100 Prozent sicherzustellen. Außerdem könnten noch Schallschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Es müsse genau geklärt werden, wer die Verantwortung habe.

Flughafenchef Schwarz wies darauf hin, dass seit Monaten die Funktionsfähigkeit des Flughafens mit 10.000 Komparsen und ebenso vielen Koffern geprüft worden sei. Bis zum vergangenen Montag habe es keinen Anlass gegeben, an dem Einweihungstermin zu zweifeln. Er betonte, dass es bei der Eröffnung keine "große Einweihungsfeier" geben werde. Es genüge, einmal 40.000 Gäste auszuladen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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