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ORTSTERMIN: Ausstellung zu 150 Jahren deutscher Sozialdemokratie
Julian Burgert
Auf der richtigen Seite gestanden

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen" - diese Worte sind im Bundestag öfter zu hören, jedoch selten von einem ausgewiesenen Christdemokraten. Und doch eröffnete Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) mit diesen Worten am Mittwoch Abend im Paul-Löbe-Haus des Bundestages die Ausstellung "150 Jahre deutsche Sozialdemokratie: Für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität", die vom Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn erarbeitet wurde. Die Ausstellung bietet Ein- und Überblicke zu Vordenkern, Strömungen, Überzeugungen, zentralen Personen und Zäsuren der ältesten demokratischen Partei Deutschlands.

Mit seinen Worten erntete Lammert gleich zu Beginn ein vergnügliches Raunen der Anwesenden, so machem Sozialdemokraten entwich ein amüsiertes "sensationell". Der Bundestagspräsident hob in seiner Rede die historische Bedeutung der Sozialdemokratischen Partei für die Geschichte Deutschlands und des deutschen Parlamentarismus hervor. "Die historische Erfahrung zeigt, dass Demokratien entweder durch Parteien organisiert sind oder sie sind keine vitalen Demokratien", sagte Lammert. Und keine andere Partei habe dabei den deutschen Parlamentarismus über eine so lange Zeit geprägt, wie die SPD.

Als Präsident der Friedrich-Ebert-Stiftung bedankte sich Peter Struck (SPD) für die Möglichkeit, die Ausstellung im Bundestag zu eröffnen. Dies sei ein würdiger Platz, um die große Spanne des Kampfes für Demokratie in Deutschland zu zeigen. Auch für SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles steht diese Ausstellung genau am richtigen Ort, nämlich "im Herzen der deutschen parlamentarischen Demokratie". Dieser war dem Anlass entsprechend mit roten Rosen geschmückt.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) erinnerte in seinem Grußwort an die Geschichte der ostdeutschen Sozialdemokratie zwischen Zwangsvereinigung mit der KPD zur SED 1946 und Gründung der ostdeutschen SDP im Herbst 1989. Gerade dieses Kapitel habe gezeigt, "dass man niemals Gerechtigkeit und Freiheit gegeneinandersetzen, niemals das eine für das andere opfern darf". Mit seiner emotionalen Rede traf Thierse den Nerv der Zuhörer. Auch von Jürgen Bohm. "Das bewegt einen schon, wenn man wie ich aus dem Osten kommt und die ganzen Veränderung damals direkt miterlebt hat", so der Berliner.

Für SPD-Fraktionschef Frank Walter Steinmeier (SPD) zeigte diese Ausstellung, dass "die deutsche Sozialdemokratie in den entscheidenden Momenten der deutschen Geschichte auf der richtigen Seite gestanden hat". Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Hans-Eisler-Chor Berlin. Ausgelegte Texbogen luden zum Mitsingen ein, nicht viele im Saal benötigten jedoch diesen Service.

Die Ausstellung kann nach vorheriger Anmeldung noch bis Mittwoch, 9. Oktober, im Paul-Löbe-Haus besichtigt werde, und zwar montags bis donnerstags jeweils um 11 und um 14 Uhr sowie freitags um 11 Uhr. Zur Ausstellung gibt es ebenso einen passenden Begleitband.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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