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Susanne Kailitz
Nichts über uns ohne uns

Ulrike Bürgel

Kontakte knüpfen, sich austauschen, Ideen auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüfen: Das ist Ulrike Bürgel wichtig. Deshalb wollte sie im Bundestag nicht nur Vorschläge für Behindertenpolitik machen, sondern auch viele Fragen stellen. Dennnoch, so findet die Dresdnerin, ist viel zu tun: "Wenn es darum geht, die Gesellschaft behindertengerechter zu machen, dann muss man damit sogar noch hinter der eigenen Haustür beginnen."

Als Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen weiß die körperbehinderte junge Frau, dass noch so manche Barrieren innerhalb ihrer Partei abzubauen sind. "Das sind häufig ganz praktische Fragen: Warum haben Geschäftsstellen auf Kreis- oder Landesebene auch nach dem Umzug in ein neues Gebäude noch Stufen? Wie kann man da Abhilfe schaffen?" Bei Parteitagen müsse auf barrierefreie Wege etwa für gehbehinderte Menschen geachtet oder eine Gebärdensprach- oder Schriftdolmetschung organisiert werden. Dabei treibt sie auch die Frage nach Synchronübersetzungen für leichte Sprache um. "In den Köpfen ist angekommen, dass es das braucht - aber solche Angebote werden gerade erst aufgebaut." Für mehr Barrierefreiheit in der Partei wie auch außerhalb zu werben und zu sorgen, ist ein ambitioniertes Vorhaben, zumal Ulrike Bürgel neben ihrer Arbeit als Projektkoordinatorin beim Bildungswerk "Weiterdenken" der Heinrich Böll Stiftung Sachsen noch an ihrer Masterarbeit im Fach Geschichte schreibt. Doch sie ist davon überzeugt, "dass wir uns einmischen müssen - ganz nach dem Motto: Nichts über uns ohne uns".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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