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von Winter
SPD-Vorstoß für Hepatitis-Opfer

Hepatitis-Infektionen

Nach dem Willen der SPD-Fraktion soll die Bundesregierung alle Zweifel an einer einheitlichen Anwendung des im Jahre 2000 geschaffenen Anti-D-Hilfegesetz (AntiDHG) ausräumen. Das Gesetz helfe den rund 4.700 Frauen aus der DDR, die in den Jahren 1978 und 1979 bei einer Behandlung mit Anti-D-Immunglobulinen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert worden sind. "Die betroffenen Frauen leiden mitunter seit über 30 Jahren unter einer chronischen Hepatitis C und deren hinreichend dokumentierten Folgen", betont die SPD. Den Frauen würden sowohl eine Heil- und Krankenbehandlung als auch Renten gewährt. Zu Zeiten der DDR seien die Betroffenen nicht entschädigt worden, führt die SPD weiter aus.

Am späten Donnerstagabend hat das Plenum des Bundestages einen Antrag der SPD zur Umsetzung des AntiDHG (17/10645) an den Ausschuss für Gesundheit überwiesen. Nach Angaben der SPD werden bei der Begutachtung der Betroffenen Krankheitszeichen außerhalb der Leber, die sogenannten extrahepatischen Manifestationen, nicht berücksichtigt. "Dies hat zur Verunsicherung der betroffenen Frauen beigetragen", führt die SPD aus. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bestehe aber zwischen der Hepatitis-Infektion und bestimmten extrahepatischen Manifestationen ein Zusammenhang.

Der ärztliche Beirat für Versorgungsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales soll nach dem Willen der SPD prüfen, ob die Richtlinien bezüglich extrahepatischer Manifestationen der Hepatitis C konkretisiert werden müssten. Außerdem gelte es, den Austausch mit den Bundesländern weiter zu verbessern und künftig die Zahlen der Betroffenenstatistik im Interesse größtmöglicher Transparenz der Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen zur Verfügung zu stellen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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