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Susanne Kailitz
Mit Energie für Zwei

Dirk Rohloff

Eine Ausbildung machen und gleichzeitig ein Unternehmen führen: Für Dirk Rohloff ist das kein Problem. Der 37-jährige Niedersachse bringt jede Menge Energie auf, um seine Ideen zu verwirklichen. Von möglichen Hürden lässt er sich nicht abbringen: Er habe, sagt der Mann, der aufgrund eines Gendefekts seit elf Jahren blind ist, gelernt, um Hilfe zu bitten. "Und wenn man klar sagt, was man braucht, wird es einem auch nicht verwehrt."

"Think trendy" heißt Rohloffs Unternehmen; ein Online-Shop, in dem er künftig auch viele Produkte aus Behindertenwerkstätten anbieten will und um das er sich neben einer Ausbildung zum PR-Junior Berater kümmert.

Moderne Technik mache auch für Blinde vieles möglich, an das man vor Jahren noch nicht geglaubt habe, sagt Rohloff. Gleich geblieben sind dagegen die Barrieren, über die Rohloff sich ärgert. "Es ist unglaublich schwierig, als Unternehmensgründer an alle nötigen Informationen zu kommen. Elektronische Formulare sind zwar überall möglich, aber längst noch kein Standard."

Wie sinnvoll es ist, nicht aufzugeben und sich um die eigenen Belange zu kümmern, erlebte der Unternehmer, als er vor einigen Jahren gegen die Abschaffung des Blindengeldes im Land Niedersachsen kämpfte. Dabei landete er bei der FDP, "die dafür eigentlich mit verantwortlich gewesen ist, von mir aber zum ersten Mal aus erster Hand erfahren hat, welche Auswirkungen so eine Entscheidung eigentlich hat". Inzwischen ist das Blindengeld zum Teil wieder eingeführt. Rohloff ist überzeugt: "Im Grunde sind die Leute nicht böswillig. Viele wissen nur einfach nicht, was es heißt, behindert zu sein. Wer das immer wieder erklärt, kann vieles bewirken."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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