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Susanne Kailitz
Gleiche Chancen im Lebenslauf

Familie

Was viele Frauen und Männer sich schon lange wünschen, beschäftigt auch den Bundestag: mehr Geschlechtergerechtigkeit. Nachdem der erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (17/6240) zu dem Schluss gekommen war, es sei nötig, die "Verantwortung für Chancen und Risiken, die mit gemeinsamen Entscheidungen im Lebensverlauf verbunden sind, gerecht zu verteilen", hatten auch die Koalition und die SPD entsprechende Anträge vorgelegt. Während Union und FDP in ihrem Antrag (17/8879) die Regierung aufforderten, die Erkenntnisse des Berichts auszuwerten und "einen Rahmenplan zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in allen Phasen des Lebensverlaufs vorzulegen", wollte die SPD (17/6466) eine "geschlechtergerechte Arbeitsmarktpolitik" und einen runden Tisch zur "Erarbeitung eines neuen Konzepts zur Wochenarbeitszeit in Deutschland". Mit der Annahme des Koalitions-Antrags und der Ablehnung des SPD-Papiers am vergangenen Donnerstag folgte der Bundestag einer Beschlussempfehlung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (17/11761).

Die Reden der Abgeordneten wurden zu Protokoll gegeben. Im Beitrag der familienpolitischen Sprecherin der CSU, Dorothee Bär, heißt es, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen Etappen des Lebensverlaufs sei "noch immer keineswegs selbstverständlich gewährleistet". Für die SPD unterstrich Christel Humme, kein anderes europäisches Land habe "so konservative Rollenbilder wie Deutschland". Die Liberale Nicole Bracht-Bendt stellte fest, mit den richtigen Alternativen zur jetzigen Präsenzkultur müssten "Familie und Beruf nicht länger ein Dilemma bedeuten". Linke und Grüne kritisierten in ihren Beiträgen, dass die Regierung sich nicht zur Entgeltgleichheit äußere.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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