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Hans Krump
Milliardär des Guten

ENTWICKLUNG Bill Gates wirbt im Bundestag für Projekte

Blitzlichtgewitter im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Bill Gates, Multi-Milliardär, Philanthrop und engagiert gegen Krankheiten und Hunger in der Welt, stattete vergangene Woche dem Ausschuss zum zweiten Mal nach 2010 einen Besuch ab. Der Microsoft-Gründer warb in Berlin um eine weitere Kooperation mit der von ihm und seiner Frau gegründeten Bill & Melinda Gates Stiftung bei ihren entwicklungspolitischen Aktivitäten.

Eindringlich mahnte Gates, dass Europa trotz Sparzwängen ausreichend Mittel für Entwicklungspolitik bereitstellen müsse. Hier gebe es Rückschläge: So könnten die Niederlande erstes EU-Land werden, das zwar schon 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Entwicklungspolitik investiert habe, aber 2014 wieder darunter sinken könnte. Nach einem Stufenplan sollen die EU-Staaten 0,7 Prozent des BIP für Entwicklungspolitik ausgeben.

Gates sagte zur Arbeit seiner Stiftung, hier gebe es "Fortschritte und es geht überall voran" - ob bei den Impfprogrammen, den Hilfen bei landwirtschaftlicher Produktion oder der Reduzierung der Kindersterblichkeit. "Die Millenniums-Entwicklungsziele der UN bleiben im Blick, aber nach 2015 müssen wir uns neue Ziele setzen", mahnte Gates. Im Jahr 2000 hatten 189 UN-Mitgliedsstaaten eine Millenniumserklärung mit acht entwicklungspolitischen Zielen bis 2015 vereinbart. Gates zeigte sich erfreut, dass das für ihn "wichtigste Ziel", die Senkung der Sterblichkeit von Kindern um zwei Drittel, auf gutem Wege sei.

Die Abgeordneten würdigten - trotz kritischer Nachfragen - quer durch die Fraktionen Gates Engagement. Die Ausschussvorsitzende Dagmar G. Wöhrl (CSU) sagte, die Stiftung sei "vorbildlich in ihrem Wirken für eine bessere Welt".

Gates und Minister Dirk Niebel (FDP) hatten zuvor die Bereitstellung von je 20 Millionen Euro durch die Stiftung und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für Projekte zur Ernährungssicherung vereinbart. 2011 hatten das BMZ und die Stiftung eine Kooperations-Vereinbarung abgeschlossen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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