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Alexander Weinlein
Kurz notiert

Anthroposophische Mediziner

In der anthroposophischen Medizin wird die postmortale Organspende sehr kritisch bewertet beziehungsweise abgelehnt. Vor allem das Konzept der Hirntoddiagnose steht in der Kritik. Hirntote Menschen werden als "schwerstkrank Sterbende" angesehen, die erst durch die Organentnahme getötet werden. Die Lebendspende von Organen hingegen wird befürwortet. Weitere Informationen auf der Homepage des Dachverbands Antroposphischer Medizin in Deutschland (www.damid.de).

Initiative "Christdemokraten für das Leben"

Auf Ablehnung stößt das Hirntodkonzept auch bei der Initiative "Christdemokraten für das Leben" (CDL) in den beiden Unionsparteien CDU und CSU. Die CDL bemängelt vor allem, dass im Zuge der neuen Gesetzgebung zur Entscheidungslösung durch die Krankenkassen keine ausreichende Aufklärung über die postmortale Organspende betrieben wird. Auch auf den Organspendeausweisen selbst, seien keine ausreichenden Informationen zu finden. Die CDL spricht sich zwar nicht prinzipiell gegen die postmortale Organspende aus. Sie rät aber davon ab, ohne vorherige ausführliche Beratung im Spenderausweis einer generellen Einwilligung zur Organentnahme im Todesfall zuzustimmen. Auf ihrer Homepage (www.cdl-online.de) bietet sie deshalb eine sogenannte "LifeCard" an, mit der einer Organ- und Gewebeentnahme ausdrücklich widersprochen werden kann.

Kritische Aufklärung über Organtransplantation (KOA)

Die Inititiative Kritische Aufklärung über Organtransplantation (KAO) ist ein Verein von Eltern, die laut eigenem Bekunden "im Schock ein Kind zur Organspende freigegeben haben" und erst im Nachhinein zu der Erkenntnis gelangten, dass ihre Kinder "zwar als hirntot definiert wurden, dass sie aber keine Toten, sondern Sterbende waren". Zweck des Vereins ist es unter anderem, sich "für ein behütetes Sterben und die Achtung der Menschenwürde von Sterbenden einzutreten und über die medizinischen und ethischen Probleme des sogenannten Hirntodes aufzuklären". Die KOA fordert vom Gesetzgeber die Einführung der sogenannten "engen Zustimmungslösung", das heißt, dass eine Organspende nur im Fall der ausdrücklichen Zustimmung des potenziellen Spenders erlaubt sein soll. Im Internet: www.initiative-kao.de

Interessengemeinschaft kritische Bioethik

Die Interessengemeinschaft kritische Bioethik wendet sich ebenfalls gegen das Hirntod-Konzept bei der Organspende. Sie kritisiert die aus ihrer Sicht einseitige Informationspolitik der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die "mit oft fragwürdigen Methoden für die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Zustimmung einer Organentnahme nach dem sogenannten ,Hirntod'" werbe. Auf ihrer Homepage (www.organspende-aufklaerung.de) bietet sie einen sogenannten "Nicht-Organspenderausweis" an, mit dem jeder Entnahme von Organen, Gewebe oder Knochen widersprochen werden kann.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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