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Julian Burgert
Hilfe und Sicherheit im Urlaub

TOURISMUS Bundestagsausschuss besucht das Krisenreaktionszentrum im Auswärtigen Amt

Früher einmal beherbergte das Haus am Werderschen Markt in Berlin die Deutsche Reichsbank. Deshalb sind immer noch dicke Panzertüren und Gitterstäbe im Keller des Baus angebracht. Später war es dann Sitz des Zentralkomitees der SED. Heute ist hier das Auswärtige Amt untergebracht, und noch immer dreht sich hier Vieles um die Sicherheit. Diesmal jedoch um die Sicherheit der deutschen Staatsbürger im Ausland. Deshalb besuchte am vergangenen Donnerstag der Tourismusausschuss des Bundestages das Auswärtige Amt und informierte sich über die Arbeit des dortigen Krisenreaktionszentrums, das im Keller des Hauses sitzt. Denn das Reaktionszentrum ist dafür zuständig, Deutsche weltweit im Krisenfall heil nach Hause zu holen.

Instabile Länder

"Wir wollen den Tourismus ganzheitlich betrachten, und dazu gehört auch das Thema Sicherheit", begründete Klaus Brähmig (CDU), Vorsitzender des Tourismusausschusses, den Besuch. Für viele Reisende spiele das nicht nur in politisch instabilen Ländern eine Rolle, sondern auch bei Naturkatastrophen oder Krankheitsfällen im Ausland.

Michael Klor-Berchtoldt, Krisenbeauftragter des Auswärtigen Amtes, informierte die Ausschussmitglieder vor Ort über die Arbeit des Krisenreaktionszentrums. Dieses komme immer bei Krisen im Ausland zum Zuge, zum Beispiel bei Terroranschlägen wie im amerikanischen Boston vor drei Wochen oder bei Naturkatastrophen wie beim Erdbeben in Haiti 2010 oder dem Tsunami in Japan 2011. Gefragt sind die Mitarbeiter auch bei politisch-militärischen Krisen wie in Nordafrika während des arabischen Frühlings. Im Zentrum sammele man alle Informationen und schalte zum Beispiel auch deutsche Botschaften zu, um ein Bild der Lage vor Ort zu bekommen.

Neben der Krisenbewältigung gehört aber auch die Vorsorge zu den Aufgaben des Krisenreaktionszentrums. Dies Rolle übernehmen die Reise- und Sicheitshinweise, die das AuswärtigeAmt für nahezu alle Länder der Welt herausgibt und ständig aktualisiert. Sie geben eine Einschätzung über die Lage im jeweiligen Land. Dazu gehören Informationen über die Einreisebestimmungen, medizinische Hinweise sowie straf- oder zollrechtliche Besonderheiten. Außerdem gibt es Sicherheitshinweise mit Empfehlungen, Reisen einzuschränken oder zu verschieben. Gegebenenfalls wird auch eine Reisewarnung ausgesprochen, in der davon abgeraten wird, in ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Region zu fahren.

Bei dem Besuch wurden die Ausschussmitglieder darüber informiert, dass die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für viele Touristen oder im Ausland lebende Deutsche sehr wichtig seien. Es handele sich dabei um Hinweise und Empfehlungen. Die Menschen müssten eigenverantwortlich entscheiden, ob sie in ein Land fahren oder nicht. Das Auswärtige Amt informiert Reisende auch über eine Mobiltelefon-App über die aktuellen Reisehinweise.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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