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ORTSTERMIN: DIE SPORTGEMEINSCHAFT DES BUNDESTAGS
Julian Burgert
Nur zwei Parteien im Fußballteam

Sport tut gut. Er trainiert die Muskeln, sorgt für bessere Durchblutung und ist ein willkommener Ausgleich für den beruflichen Stress. Gerade wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, sollte sich auch ab und an bewegen.

Diese Büroweisheit gilt auch im deutschen Parlament und deswegen gibt es die Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag. "Wir wollen die Leute bewegen", sagt Burkhard Alberternst. Er ist Sportreferent der Sportgemeinschaft und kümmert sich in dieser Funktion um die sportlichen Veranstaltungen im Parlament. Schon 1951 wurde die Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag e.V., wie sie mit vollem Namen heißt, gegründet, seitdem ist sie stetig gewachsen und hat heute mehr als 1.100 Mitglieder. Alberternst arbeitet ehrenamtlich, im wahren Leben leitet er eine IT-Unternehmensberatung.

Die Sportgemeinschaft steht allen Abgeordneten, deren Mitarbeitern und den Beschäftigten der Verwaltung offen. Sie alle können aus den 25 Sportarten wählen: Von Skigymnastik über Sportschießen, Tanzen, Golf und Reiten, bis hin zu Schach und Boxen ist alles dabei. Auf dem Wannsee unterhält der Verein sogar ein Segelboot. Vor Ort, im Keller des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses des Bundestages, haben die Sportler eigens eine Sporthalle, Fitnessraum und Umkleidekabinen. Aufgrund des Anbaus an der Ostseite des Gebäudes können diese zurzeit jedoch nur eingeschränkt genutzt werden. "Als wir damals von Bonn nach Berlin umgezogen sind, haben wir uns für eine eigene Sporthalle stark gemacht", erklärt Alberternst. In Bonn wurden noch die die Sporthallen der Stadt genutzt, was in Berlin nicht mehr möglich gewesen sei. Noch immer unterhält die Sportgemeinschaft eine Abteilung in der Stadt am Rhein.

"Besonders beliebt ist das Motorradfahren", erklärt Albernernst, "das ist die größte Sportgruppe bei uns." Einmal im Jahr gehe man gemeinsam für ein paar Tage auf Tour, bei der regelmäßig "gut 200 Personen" teilnehmen, sagt der Sportreferent, der selbst auch gerne Motorrad fährt. Dieses Jahr geht es Ende Mai nach Bayern.

Ein fester Termin im Kalender vieler ist zudem der Bundestagslauf, den die Sportgemeinschaft jedes Jahr ausrichtet.

Ebenfalls sehr beliebt ist Fußball: Hier kicken nicht nur die Spieler der Sportgemeinschaft regelmäßig, mit dem "FC Bundestag" gibt es sogar eine Mannschaft, die rein aus Abgeordneten des Parlaments besteht. Einmal im Jahr tritt der "FC Bundestag" in einem Benefizfußballspiel gegen andere Teams aus Politik, Medien und Wirtschaft an. Das nächste Turnier findet am 20. Mai statt. "Obwohl die Mannschaft überparteilich ausgerichtet ist, sind momentan nur zwei Parteien im Fußballteam vertreten", sagt Eberhard Gienger. Der CDU-Abgeordnete und ehemalige Olympiateilnehmer im Kunstturnen ist seit kurzem der neue Vorsitzende des Vereins. "Es wäre schön, wenn sich das ändert, denn im Sommer wollen wir bei der Europameisterschaft der Parlamente in Österreich antreten." Neben Gienger sind auch die Abgeordneten Norbert Barthle und Wolfgang Bosbach (beide CDU) sowie Swen Schulz (SPD) im Vorstand des Vereins aktiv.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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